Persönlich

Manchmal nützt Reden (mehr)

Ein neues Gutachten im Fall Kuno W. zeigt einen unkonventionellen Lösungsweg. Ob das Gericht sich für diesen oder für eine Freiheitsstrafe entscheidet wird nächste Woche bekannt.

Ein neues Gutachten im Fall Kuno W. zeigt einen unkonventionellen Lösungsweg. Ob das Gericht sich für diesen oder für eine Freiheitsstrafe entscheidet wird nächste Woche bekannt.

Auch wenn der Fall nicht wie jeder andere ist: Im Kern geht es darum, dass sich der als «Richterbeisser» über die Kantonsgrenzen hinaus bekannte Kuno W. ein langes Sündenregister erarbeitet hat. Es reicht von Drohung und einfacher Körperverletzung bis zu sexueller Belästigung.

In früheren Gutachten wurde Kuno W. eine paranoide Persönlichkeitsstörung attestiert. Bis abermals ein neues Gutachten auf dem Tisch lag. Möglich sei auch eine kombinierte Persönlichkeitsstörung – Diagnose unklar bis schwierig. Ein Einschlag von narzisstisch motivierter Querulanz scheint allerdings gewiss.

Eine nicht leicht einzuordnende Aussage, aber eine mit Gewicht. Denn sie eröffnet dem Solothurner Obergericht, das den Fall Anfang Woche verhandelt hat, einen unkonventionellen Ausweg, wenn es um das Urteil geht. Und zwar im Rahmen einer Ersatzmassnahme mit enger Begleitung durch einen Case-Manager.

Gut, wenn ein solches Setting zum Erfolg führte. Noch besser, wenn es zustande käme, weil das psychiatrische Gutachten nicht Ausfluss ausgedehnten Aktenstudiums, sondern Frucht persönlicher Gespräche war. Schön, wenn dieses Beispiel nicht nur bei Kuno W. Schule machte.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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