Persönlich

Köpfen bringt auch diesmal nichts

Dubler hält am «Mohrenkopf» fest.

Dubler hält am «Mohrenkopf» fest.

Man kann es auch deutsch und deutlich sagen. So wie ein freisinniger Solothurner Kantonsrat, der auf Twitter jüngst schrieb: «Da wird ein Mensch brutal um sein Leben bittend ermordet von einem andern, dessen Aufgabe es gewesen wäre, ihn zu beschützen. Die Antwort darauf ist eine Mohrenkopfdiskussion? Vielleicht habe ich etwas falsch verstanden, aber lasst mich in Ruhe mit diesem Sch. . . Beide Seiten.»

Im Wissen darum, dass es auch noch andere Möglichkeiten des politisch korrekteren Ausdrucks gegeben hätte: An der Aussage ist etwas. Die Welt wird kein bisschen besser, wenn die Mohrenköpfe von Dubler, Richterich und wie sie alle heissen nicht mehr so genannt werden. Auch wenn die Bezeichnung seit alters daneben war. Und es bleiben wird, wenn sie nicht verschwindet.

Wichtiger wäre, wenn eine vertiefte Diskussion über die Denkmäler der Escher, Sutter, Burckhardt & Co. geführt würde. Ohne dass ihnen die Köpfe abgeschlagen, ohne dass sie mit Farbbeuteln beworfen werden. Sondern vielmehr so, dass sie einen Kontext, ein Umfeld erhielten, das sie greif- und fassbar machte. Um verstehen, einordnen und urteilen zu können. Da hilft der Mohrenkopf wenig. Auch nicht, wenn man ihn wirft.

balz.bruder@chmedia.ch

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Balz Bruder

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