Persönlich

Herbstlaub

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«Das Laub fällt von den Bäumen, das zarte Sommerlaub. Das Leben mit seinen Träumen zerfällt in Asch und Staub ...» … So hat Siegfried August Mahlmann die Herbstzeit einst melancholisch besungen. Keine Angst, ich will hier nicht auf Schwermut machen: Die Zeiten von Corona sind hart genug. Aber man kann den Herbst mögen oder nicht: Unsere Jahreszeiten sorgen jedenfalls für Abwechslung: Unvorstellbar, dauernd mit Winterjacke und Handschuhen durchs Leben gehen oder bei jedem Handstreich an der Sonne schwitzen zu müssen.

Ganz abgesehen davon, dass uns ohne die vier Jahreszeiten die gleichnamige, grossartige Komposition von Antonio Vivaldi nie geschenkt worden wäre ... Nun ist aber das mit dem Laub, das von den Bäumen fällt, so eine Sache. Und die Geräusche, die heutzutage darum herum bisweilen entstehen, alles andere als eine Ohrenweide à la Vivaldi. Ich denke da vor allem an die unsäglichen Laubbläser, die – Landi, Jumbo und anderen Anbietern sei «Dank» – derzeit zum Einsatz kommen: Kein Gärtli zu klein, um nicht mit grobem Geschütz vom Laub befreit zu werden.

Dabei könnte man die Beseitigung der Blättermassen geradezu therapeutisch, entschleunigend gestalten: mit einem guten, alten Laubrechen. Versuchen Sie es! Oohm ...

urs.mathys@chmedia.ch

Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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