Persönlich

Früher, ja, früher

Einen derartigen Anblick wird es dieses Wochenende nicht geben.

Einen derartigen Anblick wird es dieses Wochenende nicht geben.

Vor Zeiten, konkret vor einem Jahr, wurden noch leidenschaftliche Diskussionen darüber geführt, ob Bundesfeiern aus Kommoditätsgründen schon am Vorabend durchgeführt werden dürften oder nicht. Es gab eine scharfe Trennlinie zwischen jenen, die befanden, Feiern, schon gar nicht jene zu Ehren unseres Vaterlandes, dürften nicht aus Bequemlichkeit vorgezogen werden, um sich den Freitag frei zu halten – und jenen, welche die Ansicht verfochten, Hauptsache, die Reden würden überhaupt gehalten, die Würste überhaupt gegessen und die Höhenfeuer überhaupt angezündet.

Meine Güte, was waren das für Luxusprobleme! Heute beziehungsweise eben morgen sind wir schon froh, wenn wir einem Bundesrat im Livestream der Online-Übertragung zum Bundesfeiertag lauschen dürfen. Und wir fühlen uns schier geadelt, wenn wir in der Quartierstrasse eine Feuerschale aufstellen dürfen, um die Wurst zu braten, ohne hinter einer Maske zu ersticken. Nicht zu reden von der spitzbübischen Freude, die unsereins ergreift, wenn wir ein Raketchen in den Himmel steigen lassen dürfen. Oder ist das nun etwa auch schon verboten?

Wie es scheint, ist in diesem Jahr alles etwas komplizierter. Aber nicht alles ist, dies zur Ehrenrettung der Pandemie, derselben geschuldet.

balz.bruder@chmedia.ch

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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