Ehrlichkeit ist in der Politik so eine Sache. Politiker reden Niederlagen gerne schön und haben unzählige Vorwände und Argumente parat, warum etwas gehen soll oder eben nicht. Wahrheit und Fakten lassen sich nach der Parteimeinung biegen.

Markus Dietschi und Martin Flury, die beiden Solothurner BDPler, die zur FDP wechseln, sind zwei grundehrliche Politiker. Sie haben die Lage ihrer Partei schonungslos analysiert, sie haben keine Zukunft mehr gesehen und daraus die Konsequenzen gezogen. Sie haben ein Projekt aufgegeben, in das sie sehr viel Energie gesteckt hatten. Ohne falschen Stolz, aber mit viel Wehmut.

Ehrlich mit sich selbst sein müssen nun auch andere. Die BDP Schweiz mag die beiden nun kritisieren, nur der Karriere wegen gewechselt zu haben. Vielmehr aber muss sich die Partei selbst fragen, ob sie wirklich eine Existenzberechtigung hat. Und Fragen gefallen lassen muss sich auch die CVP: Die Welten in der Fraktionsgemeinschaft scheinen doch weit auseinander zu liegen. Ging es bei all den Listenverbindungen, die die Wahlresultate veränderten, wirklich um den Inhalt oder viel mehr um den eigenen Machterhalt?

Und die FDP muss sich fragen, ob sie die beiden Kantonsräte – und vor allem ihre Positionen – wirklich so von Herzen aufnimmt wie betont oder ob sie sich damit nur gegen aussen einen grüneren Anstrich geben will. Gerade in der Raumplanung und der Energiepolitik hat sie in den vergangenen Monaten wenig Interesse gezeigt an den Positionen, die die beiden BDPler vertreten.

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