Weil alle bisherigen fünf Stadträte wieder antreten, konnte man bisher von einer langweiligen Affiche bei den Stadtratswahlen im kommenden März ausgehen – eine Art stille Wahlen. Zumindest im ersten Wahlgang wäre die einzige interessante Frage gewesen, wer am meisten Stimmen holt und wer den Umweg über einen allfälligen zweiten Wahlgang nehmen muss – wenn überhaupt.

Die Ausgangslage bei den Parlamentswahlen versprach bisher mehr Spannung, weil mit der vom Volk beschlossenen Verkleinerung von 50 auf 40 Mitglieder die Frage verbunden ist, welche Fraktion wie viele Sitze verliert und ob es kleine Parteien wie die Grünliberalen oder die Junge SP Region Olten überhaupt noch ins Parlament schaffen.

Mit der Absicht der städtischen FDP, nicht nur mit dem bisherigen Benvenuto Savoldelli, sondern auch mit einem weiteren Kandidaten anzutreten, kommt jetzt ebenfalls etwas Pep in die Oltner Stadtratswahlen.

Das ist für den Wähler erfreulich, weil er nun zumindest eine kleine Auswahl hat. Zumal in bürgerlichen Kreisen mit der Grünen Iris Schelbert und dem SP-Vertreter Peter Schafer zwei Bisherige als angeschlagen gelten.

Um die Auswahl von links bis rechts für den Wähler noch repräsentativer zu gestalten, müssten nun andere Parteien nachziehen. Namentlich die SVP, die bei den letzten beiden Wahlen angetreten ist, steht nun unter Zugzwang.

Denn mit ihren sieben Parlamentsmitgliedern (gleich viele wie die ebenfalls im Stadtrat vertretene CVP oder eines mehr als die Grünen) könnte die Partei durchaus auch den Anspruch auf ein Exekutivmitglied stellen.

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