Persönlich

Die launische Nachbarskatze

Es kam fast mehr Freude über die neue Nachbarskatze als über die Nachbarn selbst auf. (Archivbild)

Es kam fast mehr Freude über die neue Nachbarskatze als über die Nachbarn selbst auf. (Archivbild)

Angeblich ist die Gesellschaft ja in zwei Gruppen gespalten: in Katzen- oder Hundeliebhaber. Ich mag beide, aber Katzen sind mir doch noch ein bisschen lieber. Ich hatte sogar selber einen Kater, habe ihn aber in meiner ehemaligen WG zurückgelassen. Er verstand sich so gut mit dem anderen WG-Büsi, da wollte ich die beiden nicht trennen. Gerüchten zufolge hat mich das undankbare Tier nach meinem Auszug zwar keine Sekunde vermisst, aber sei’s drum.

Seither muss ich mich damit begnügen, die Katzen von fremden Menschen zu streicheln. Das mache ich gerne und oft. Als vor einigen Wochen neue Nachbarn ins Haus zogen und eine Tigerkatze mitbrachten, freute ich mich darüber ehrlich gesagt mehr als über die neuen Nachbarn selber.

Nur: Die neue Nachbarskatze war irgendwie launisch. Am morgen liess sie sich streicheln, am Abend rannte sie weg. Am Mittag leistete sie mir im Garten Gesellschaft, später versteckte sie sich, sobald ich um die Hausecke bog. Dieses unberechenbare Verhalten machte mich ganz nervös – bis ich die Katze am Wochenende gleichzeitig im Garten und auf dem Fenstersims beobachten konnte. Das Tigerli leidet zum Glück also nicht an Stimmungsschwankungen, es gibt einfach zwei davon. 

rebekka.balzarini@chmedia.ch

Autor

Rebekka Balzarini

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