Solothurner Stadtmist

Denn wir wissen genau, was wir tun

Bis in die 80er Jahre wurde der Stadtmist im Westen der Stadt deponiert.

Bis in die 80er Jahre wurde der Stadtmist im Westen der Stadt deponiert.

Nach langem Verkneifen gibt der Bund – zur Freude von Stadt und Kanton – nun grünes Licht und 48 Millionen Franken für eine Totalsanierung des Stadtmists, die 2022 starten soll. 

Eigentlich konnte es gar keinen anderen Entscheid geben als diesen: Der Bund beteiligt sich im gesetzlich möglichen Maximalumfang an der Solothurner Stadtmist-Sanierung. Damit werden alte Sünden auf eine Art getilgt, die auch tatsächlich den Namen Sanierung verdient. Denn was das Bundesamt für Umwelt zuerst vorschlug, war reine – aber teure – Augenwischerei: Die riesigen Deponieflächen wären über Jahre aufwendig «belüftet» und so der Zersetzungsprozess im Untergrund etwas beschleunigt worden. Doch die problematischen Stoffe hätten über das Sickerwasser weiterhin den Weg in die Aare und ins Grundwasser gefunden.

Da brauchte es schon die Hartnäckigkeit einer verschworenen Gruppe von Mitarbeitenden im kantonalen Baudepartement und den vollen Einsatz von Stadtpräsident Kurt Fluri, um die Bundesstellen auf den richtigen Pfad der Nachhaltigkeit zurückzuführen.

Beim Stadtmist, den unsere Vorfahren gedankenlos verscharrt haben, wird deutlich: Was der Mensch seiner Umwelt zumutet, das wird irgendeinmal zur Zumutung für den Menschen. Dies zeigt sich – unter anderem – beim Grundwasser, das wir mit Pestiziden verseuchen. Niemand weiss heute, wie all die Giftstoffe technisch und wirtschaftlich vernünftig da wieder rauszuholen sein werden. Das verschmutzte Trinkwasser ist der «Mist», den wir Heutigen den kommenden Generationen hinterlassen. Der Unterschied zu unseren Vorfahren ist: Wir wissen sehr genau, was wir tun.

urs.mathys@chmedia.ch

Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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