Kommentar

Dauerbrenner zurück auf Sparflamme

Die SWG hat im Jahr 2013 die Baufirma Panaiia & Crausaz (P&C) erworben. (Archivbild)

Die SWG hat im Jahr 2013 die Baufirma Panaiia & Crausaz (P&C) erworben. (Archivbild)

Einmal mehr mussten sich die Stadt und die SWG-Führung am Dienstag mit Vorwürfen und Kritik eindecken lassen. Die Vorwürfe stammen teilweise aus Kreisen, die seit Jahren kontinuierlich und bei jeder Gelegenheit an jedem Stuhlbein der SWG sägen, das sich gerade anbietet. Zur Verhinderung des Windpark-Projekts auf dem Grenchenberg scheint ihnen jedes Mittel recht, um die Firma in Misskredit zu bringen.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Im Fall der Baufirma P&C leistet sich die SWG effektiv eine offene Flanke, die zur Kritik geradezu einlädt. Andere Energieversorger und Stadtwerke engagieren sich zwar auch im Installationsgeschäft oder im Solarsektor. Dutzende, wenn nicht Hunderte staatliche Firmen konkurrenzieren so die Privatwirtschaft. Aber kaum ein Stadtwerk besitzt eine Baufirma, sondern erledigt diese Arbeiten lieber in Eigenregie und (vorerst noch) steuerfrei.

Wer die Strassen aufreisst, macht sich nirgendwo beliebt. Dass die SWG bzw. P&C dazu noch das «Berstlining»-Verfahren zur grabenlosen Leitungssanierung benutzt, sorgt dafür, dass statt einer grossen viele kleine Baustellen entstehen. Zudem ist dieses Verfahren nicht ganz unproblematisch in Gebieten, wo es von unterirdischen Röhren nur so wimmelt. Befürchtungen stehen im Raum, die Kanalisation könne Schaden nehmen.

So gesehen ist mit dem jüngsten Gemeindeversammlungsentscheid der Dauerbrenner P&C nur auf Sparflamme gesetzt. Erlöschen wird er in den nächsten Jahren nicht.

andreas.toggweiler@chmedia.ch

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