Persönlich

Das Traurige an einem Vulkan

Vulkane sind beliebt für den 1.August.

Vulkane sind beliebt für den 1.August.

Es gibt nicht viel Traurigeres als den Tag danach. Das gilt auch für den 1. August. Was für ein Jammer, wenn am 2. August auf den Strassen verglühte Raketenköpfe liegen, leere Bierbüchsen den Weg vom Aussichtspunkt säumen, vom Regen durchnässte Fahnen schlapp von den Masten hängen.

Nun, gerade ein Grund, den Bundesfeiertag abzuschaffen, ist das wohl nicht, oder? Aber weil gouverner schliesslich prévoir ist, wäre es aus staatspolitischen Gründen nicht so falsch, wenn die Sonntagsreden der Bundesfeier den Tag danach mit einschlössen. Und das böse Erwachen vermieden würde.

Etwa so, wie ich es unvermuteterweise erlebte. Eine Frau, die mich am Sonntagmorgen beobachtete, wie ich allerlei Unrat vor der Haustür und darum herum zusammen wischte, stellte mir nach getaner Arbeit einen Wiesenstrauss ins Entree. Verbunden mit lieben Grüssen und bestem Dank für mein vorbildliches Verhalten.

Was sie nicht wissen konnte: Ich bin im wahrsten Sinn des Wortes ein gebranntes Kind. Seit ich vor Jahren am Ende eines Mitarbeiteranlasses Zeuge eines kollektiven Vulkanabbrennens geworden bin, ertrage ich Ausgebranntes schlecht.

balz.bruder@chmedia.ch

Autor

Balz Bruder

Balz Bruder

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