Persönlich

Das Mass aller Dinge

2m ist die entscheidende Distanz.

2m ist die entscheidende Distanz.

Manchmal kommt es auf ein paar Millimeter an. Zum Beispiel, wenn ein neues Möbelstück breiter ist als der Platz, den es füllen sollte. Oder wenn die Parklücke für den Rest des Autos nicht auch noch reicht. Oder wenn die Reifen des besagten Autos derart abgenützt sind, dass der Tritt aufs Bremspedal bestenfalls noch zu einer halbbatzigen Art-on-Ice-Nummer führen kann.

Doch wer rechnet heute noch mit Millimetern? Aktuell sind zwei Meter das Mass aller Dinge. Zwei Meter Distanz zu den Mitmenschen können darüber entscheiden, ob man Gefahr läuft, sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Das sagen die Experten des Bundes – und die müssen es ja wissen. Zwei Meter Mindestabstand von der ÖV-Passagierin zum ÖV-Passagier, vom Kunden zur Kundin oder von Gast zu Gast wollen eingehalten werden.

Seit die Zwei-Meter-Distanzregel unser Leben bestimmt, werden überall die Abstände gemessen: im Ladengeschäft, im Schalterraum, im Büro, im Restaurant. Wo man hinschaut, kommt er zum Einsatz: ER, der gute, alte, ausklappbare hölzerne Doppelmeter. Es würde mich nicht wundern, wenn nach WC-Papier, Flüssigseife und Desinfektionsmitteln auch der Doppelmeter zum gesuchten, raren Handelsgut werden würde. Eines ist er für mich auf jeden Fall bereits geworden: ein Kultobjekt.

urs.mathys@chmedia.ch

Autor

Urs Mathys

Urs Mathys

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