Persönlich

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

Nun hat die Regierung entschieden: 150 Stutz und ein Tag pro Staatsdiener, um die Unternehmenskultur hochleben zu lassen. (Symbolbild)

Nun hat die Regierung entschieden: 150 Stutz und ein Tag pro Staatsdiener, um die Unternehmenskultur hochleben zu lassen. (Symbolbild)

Staatsangestellte haben es nicht so schlecht. Mehr Lohn gibt’s zwar nicht, aber dafür spendiert der Kanton Solothurn allen Dienststellen 75 Franken pro Jahr und Person, die sie für gesellige Personalanlässe auf den Kopf hauen dürfen. Ist doch auch was, vor allem wenn die Feten erst noch während der Arbeitszeit (maximal ein halber Tag pro Jahr) steigen dürfen.

Aber eben: die Pandemie. An solchen Teamgeist fördernden Treffen wird man sich schon mal etwas näher kommen als vom Bundesamt für Gesundheit erlaubt. Also mussten auch sie dieses Jahr wie so vieles coronabedingt abgesagt beziehungsweise verschoben werden.

Nun hat die Regierung entschieden: Budget und arbeitsfreie Zeit können auf das nächste Jahr übertragen werden. 150 Stutz und ein Tag pro Staatsdiener, um die Unternehmenskultur hochleben zu lassen. Damit lässt sich was auf die Beine stellen.

Oh nein, hier geht es nicht um Neid und Missgunst, wirklich nicht. Es ist nur so: Wo führt das hin, wenn die von uns allen ersehnte Normalität noch länger auf sich warten lassen sollte? Tagelange Partys mit den Taschen voll Zapfengeld. Da macht man sich als Bürger schon so seine Gedanken über die Rolle der Regierung als fürsorgender Arbeitgeber.

urs.moser@chmedia.ch

Autor

Urs Moser

Urs Moser

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