Gegen CVP-Präsidium

Pirmin Bischof hat Entscheid gut abgewogen

Es soll auch noch Zeit für die Gemütlichkeit bleiben: Pirmin Bischof will nicht Nachfolger von Christophe Darbellay werden.

Es soll auch noch Zeit für die Gemütlichkeit bleiben: Pirmin Bischof will nicht Nachfolger von Christophe Darbellay werden.

Pirmin Bischof will nicht Präsident der CVP Schweiz werden – weshalb sollte er auch.

Nein, die Partei der Schweizer Christdemokraten wird künftig nicht von einem (namens) Bischof präsidiert. Er hat verzichtet. Pirmin, wie ihn nicht nur in Solothurner Landen schier alle nennen, galt zwar als ernsthafter Kandidat, doch nun überlässt er das Feld ambitionierteren Männern – zumindest was dieses Amt anbelangt. Ein weiser Entscheid von Pirmin Bischof.

Als Präsident einer traditionsreichen und wichtigen Bundesratspartei gehandelt zu werden, mag fürs Ego eine Wohltat sein und dementsprechend verlockend. Doch Würde bringt auch Bürde und was in diesem Fall schwerer wiegt, ist leicht auszumachen: Die CVP ist nicht gerade auf dem Durchmarsch nach oben, die Flügelkämpfe haben sich akzentuiert und unter der Bundeshauskuppel herrscht alles andere als ein Wohlfühlklima. Kurzum, der CVP-Parteipräsident muss längst nicht nur politisches und diplomatisches Geschick an den Tag legen, er muss einstecken und austeilen können – also auch über eine gehörige Portion Eisenfresser-Qualitäten verfügen. Alles ohne Erfolgsgarantie.

Kein Zweifel, «unser» Pirmin wäre der Aufgabe als Partei-Aushängeschild und -Dompteur zweifellos gewachsen. Sein (politischer) Werdegang spricht für ihn: Er hat was auf dem Kasten, hat ein feines politisches Gespür, ist kommunikativ und bei Bedarf flexibel genug, ein X als U erscheinen zu lassen. Dass er seine freien Kapazitäten, so er die nebst Politik, Beruf und Familie überhaupt noch hat, nicht für die Herkulesaufgabe Parteipräsidium einsetzt, ist nachvollziehbar – schliesslich steht die wichtigste Kandidatur seiner Karriere noch aus.

theodor.eckert@azmedien.ch

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