Kommentar

Warum so knauserig und kompliziert? Das Baselbiet könnte auch unbürokratisch mit Masken umgehen

Die Baselbieter könnten eigentlich schnell den Sozialhilfeempfängern Masken zugänglich machen.

Die Baselbieter könnten eigentlich schnell den Sozialhilfeempfängern Masken zugänglich machen.

Gratismasken an alle Sozialhilfebezüger würden den Kanton maximal 500'000 Franken pro Monat kosten. Ein Klacks im Vergleich zu den übrigen Coronaausgaben.

Unbürokratisch und mit massgeschneiderten Massnahmen haben die beiden Basel die negativen Folgen der Coronakrise bekämpft. Man denke an die Geschäftsmietenregelung in Basel oder die Soforthilfe an KMU in Not im Baselbiet. Doch mit der Forderung nach Gratismasken für Bedürftige konfrontiert, reagiert der Landkanton nicht mit der beruhigenden Grosszügigkeit der ersten Coronamonate. Nun sind wieder die Bürokraten am Werk: So müssen Sozialhilfebezüger belegen, dass sie Hygienemasken benötigen. Die Behörde prüft den Anspruch und schreibt den Betroffenen allenfalls entsprechende Beträge gut. Immerhin.

Doch weshalb so knauserig und kompliziert? Im Jura erhalten alle, die auf Prämienverbilligungen angewiesen sind, umsonst eine Schachtel Masken. Ohne dass sie die Zahl der ÖV-Fahrten deklarieren müssen. Das Signal, das der kleine Nachbarkanton aussendet, ist simpel und positiv: «Wir möchten, dass ihr dort, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann, Masken tragt. Und wir unterstützen euch dabei.» Wie aus dem Wirtschaftsverbot während des Lockdowns Hilfen an die Wirtschaft lassen sich nun aus der Maskenpflicht im ÖV Entschädigungen an die Bevölkerung ableiten.

Gratismasken an alle Sozialhilfebezüger würden den Kanton maximal 500'000 Franken pro Monat kosten. Ein Klacks im Vergleich zu den übrigen Coronaausgaben. Aber ein wichtiges Zeichen, dass sich der Kanton in diesen schwierigen Zeiten auch gegenüber den Schwächsten verantwortlich zeigt.

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