Die Nationalbank hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 15 Milliarden Franken eingefahren. Das ist ein enormer Betrag, wenn man ihn zum Beispiel mit dem aggregierten Gewinn von 42 Milliarden Franken vergleicht, den die 30 grössten Firmen an der Schweizer Börse 2017 erwirtschaftet haben. Aber wenn die Nationalbank die Jahresbilanz abschliesst, stehen dort im Saldo immer erschreckend hohe Zahlen. Daran haben wir uns in der zurückliegenden Dekade gewöhnt. Und meistens fühlen sich die Schocks ja angenehm an. So etwa im Januar 2018, als die Nationalbank ihren bisherigen Rekordgewinn von fast 55 Milliarden Franken vermelden konnte.

Im Durchschnitt der Jahre 2009 bis 2018 belief sich der Jahresgewinn auf über acht Milliarden Franken, wobei viermal ein negatives und sechsmal ein positives Jahresergebnis herauskam. Keine Geiss schleckt weg, dass das Volksvermögen bei der Nationalbank gut aufgehoben ist. Das hat das Noteninstitut auch 2018 bewiesen. Setzt man den Verlust, den die SNB mit ihren Fremdwährungsanlagen eingefahren hat, nämlich ins Verhältnis zum durchschnittlichen Devisenbestand, dann ergibt sich daraus eine Anlageperformance für das Jahr 2018 von -2,1 Prozent. Gemessen an den miesen Bedingungen, die seit Herbst auf den Finanzmärkten herrschen, ist das eine Top-Leistung.

Während wir uns also selbst über Verluste der Nationalbank freuen können, sollten sich die Frankenwächter endlich einmal überlegen, was sie mit den nächsten Milliardengewinnen zu tun gedenken. Das bestehende Ausschüttungsmodell, das Bund und Kantonen jährlich zwei Milliarden Franken zukommen lässt, ist bei einem jährlichen Gewinnpotenzial von 15 Milliarden Franken sicher nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Nationalbank scheut die Idee eines Staatsfonds wie der Teufel das Weihwasser. Aber wenn sie verhindern will, dass sich die Politik irgendwann trotzdem zur Schaffung eines solchen Vehikels entschliesst, darf sie sich vernünftigen Ideen für Alternativen nicht verschliessen und der öffentlichen Diskussion ausweichen wie bisher.