Kommentar

Vorbild Bayern: Öffnung von allen Läden nur mit glasklaren Regeln

Belebte Ladenstrassen wie hier in Baden: Sollen alle Läden wieder öffnen dürfen?

Belebte Ladenstrassen wie hier in Baden: Sollen alle Läden wieder öffnen dürfen?

Die Aargauer und Zürcher Kantonsregierungen wollen am Montag nicht nur Coiffeure, Blumenläden etc. öffnen, sondern gleich alle Detailhandels-Läden. Ist das vernünftig oder fahrlässig? Ein Kommentar.

Der Druck auf den Bundesrat steigt, bei den Lockerungen des Lockdowns nachzubessern. Nun fordern auch Kantone wie Aargau und Zürich, dass Detailhändler ihre Läden am Montag, 27. April, generell wieder öffnen dürfen.

Diese Kantone machen zurecht Druck auf den Bundesrat. So überzeugend die Landesregierung die Schweiz in den Lockdown schickte, so inkonsequent sind die letzte Woche kommunizierten Öffnungsschritte: Warum darf der Blumenladen wieder Rosen verkaufen, während die Kleiderboutique nebenan auf ihrer Frühlingskollektion und den Fixkosten sitzenbleibt? Je länger Betriebe geschlossen sind, desto grösser ist der Schaden für die Direktbetroffenen und langfristig für Wirtschaft und Gesellschaft.

Es darf allerdings nicht bei der simplen Forderung nach einer Öffnung der Läden und pauschalen Schutzkonzepten bleiben. Nur wenn damit klare, konkrete Regelungen einhergehen, ist eine Liberalisierung der Corona- Massnahmen zu verantworten. Wie zum Beispiel in Bayern: Dort gilt ab Montag eine Maskenpflicht in allen Geschäften und im öffentlichen Verkehr. Denn machen wir uns nichts vor: Je mehr Läden und andere Institutionen öffnen, desto mehr Menschen sind unterwegs und desto grösser die Ansteckungsgefahr.

Nur wenn der Bund klare Regeln und Sanktionen für die nächste Corona- Phase definiert, können wir mehr Öffnung wagen. In Sicherheit wiegen dürfen wir uns so oder so nicht.

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