Kommentar

Viel Druck auf die Autoindustrie

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Seit Anfang Jahr gelten strengere CO2-Regeln. Für Gewerbe und Konsumenten könnte der Autokauf dadurch teuer werden.

Ohne finanzielle Anreize ändern die Menschen ihr Verhalten nur zögerlich – wenn überhaupt. Das zeigt sich auch und gerade beim Umweltschutz: Im Herbst haben zwar viele Leute grün gewählt, trotzdem ist die Zahl der Billig-Flüge bis zum Beginn der ­Coronakrise nicht zurückgegangen.

Nun wird es die Autoimporteure treffen. Ihnen drohen massive Bussen, weil ihre Fahrzeuge neue, verschärfte CO2-Ziele nicht erfüllen. Auch hier kann man sagen: Bussen machen grundsätzlich Sinn, Druck ist nötig. Sonst verzichten Herr und Frau Schweizer nicht freiwillig auf grosse Motoren oder schwere Geländewagen und Allradantrieb im Flachland.

In der Schweiz versuchen Parlament und Bundesrat aber nun allzu forciert, die neue Regel umzusetzen und den CO2-Ausstoss zu senken. Schneller, als vor kurzer Zeit noch geplant, rascher, als die Technik effizientere Motoren bringt, und verbunden mit einem grösseren Kraftakt, als es Autohersteller in der EU tun müssen. Dabei sollen angekündigte Übergangsregeln mitten im Prozess gestrichen werden. Das ist gefährlich: Das Volk will zwar Umweltschutz. Wenn es ans Portemonnaie geht, hat es aber in kantonalen Abstimmungen oft das Gegenteil bewiesen. Die Akzeptanz sinkt, wenn das Parlament mit der Brechstange die Senkung forciert – und der Autokäufer dafür viel zahlen muss. Nur Bussen einzuziehen, bringt letztlich der Umwelt auch nicht viel. Und auch der Wirtschaft nicht, die gerade jetzt unter starkem Druck steht.

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