Kolumne

Medien: In fremden Händen

RSI muss in Zukunft den Gürtel enger schnallen.

RSI muss in Zukunft den Gürtel enger schnallen.

Das Tessiner Radio muss Stellen streichen. Und die Vermarktung der SRG-Programme besorgt jetzt Ringier.

Die Radiotelevisione Svizzera (RSI) streicht in den nächsten Monaten zwölf Vollzeitstellen. Grund sind rückläufige Werbeeinnahmen. Es ist nicht die erste und einzige und wird nicht die letzte Sparaktion sein, die mit sinkenden Erlösen begründet ist. Wenn der Markt nicht mehr hergibt, dann ist dies Schicksal. Und der Strukturwandel der Medien frisst tatsächlich nicht nur an den Einnahmen der gedruckten, sondern auch an jenen der klassisch-elektronischen Medien.

Doch wenn die Vermarktung ausgerechnet in dieser heiklen Zeit aus den Händen gegeben wird, dann ist dies schon fahrlässig. Genau dies ist passiert. Vermarktet werden die SRG-Programme von der Admeira. Als grosser Wurf von SRG-Generaldirektor Roger de Weck war die Firma gedacht, um globalen Werbestaubsaugern wie Google Paroli bieten zu können. Die eigene Vermarktung Publisuisse AG hat de Weck dafür aufgegeben.

Doch nachdem die SRG auf politischen Druck bei Admeira aussteigen musste, hat kürzlich auch die Swisscom den Abschied gegeben, was bedeutet: Die SRG ist kommerziell vollständig vom Ringier-Konzern abhängig, dem die Admeira nun alleine gehört.

Es wird den Ringier-Mitarbeitern nicht unterstellt, sie würden einen schlechten Job für die SRG machen. Doch die Opportunität, einem Werbekunden ein attraktives Paket mit Blick TV zu schnüren, ist unbestritten höher als der Anreiz, Sponsoren für eine SRG-Produktion zu finden.

Höchste Zeit für die SRG, etwas zu ändern. Vielleicht einen zweiten Vermarkter, etwa die Goldbach Media, einzuspannen, um den Wettbewerb anzukurbeln. Am Schicksal ändert dies wenig, aber einige Stellen weniger müssten abgebaut werden.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1