Der Politiker des Monats? Es kann schon jetzt nur einen geben, ganz klar: Luzi Stamm. Selbst er, der «die Szene kennt wie kaum jemand anderer in der Schweiz» (Stamm über Stamm) ist erstaunt, wie leicht man an Drogen kommt. Aber er resigniert nicht, sondern zieht los, um der Kokain-Mafia eigenhändig das Handwerk zu legen. 45 Franken warf der SVP-Haudegen auf und sorgte so dafür, dass wohl so ein Gramm von dem gefährlichen Gift in seiner sicheren Tasche statt in der Nase labiler Mitmenschen landete.

Das Beispiel sollte Schule machen. Alle Politiker sollten in Sitzungspausen nach Dealern Ausschau halten und ihnen Koks abkaufen – ruhig nach dem Prinzip «darfs es bizzeli meh si». Schnell wäre eine raue Menge Drogen im Bundesarchiv gebunkert und der Markt ausgetrocknet. Und zwar nachhaltig, denn der Nachschubbeschaffungsstress der Kokain-Mafia wäre enorm. Schliesslich würden tagtäglich Kohorten von Polizisten durch die Stadt ziehen und nach Strassenmusikanten Ausschau halten, auf welche die Beschreibung der Undercover-Nationalräte passt.

Funktioniert nicht wirklich? Mag sein. Aber eines ist sicher: Luzi Stamm verdient es nicht, wegen Drogenbesitzes bestraft und schon gar nicht, belächelt zu werden. Er verdient den nächsten Prix Courage.

Luzi Stamm 1995 - 2019: