Über 150 parlamentarische Gruppen gibt es schon. Sie kümmern sich um Volkskultur, um das Feuerwehrwesen oder um Rock/Pop im Bundeshaus. Bald wird die Liste noch um einen Eintrag länger: Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner hebt die Gruppe Schweiz-Ungarn aus der Taufe. Es gelte einen engeren Kontakt zu jenen europäischen Ländern anzustreben, die gegenüber der EU eine «differenzierte Haltung» einnähmen, schrieb Glarner am Montag in einem Rundmail an alle Parlamentarier.

Die Schweiz könne das vom Ministerpräsidenten Viktor Orbán von der nationalkonservativen Fidesz-Partei regierte Ungarn «im Widerstand gegen die Entmachtung der Nationalstaaten» unterstützen. Bislang seien 20 Parlamentarier beigetreten, meldete Glarner am frühen Abend – vor allem aus der SVP, aber auch aus der FDP und der CVP. CVP-Präsident Gerhard Pfister war gar besonders schnell. Nur 15 Minuten nach Eingang der Einladung meldete er: «Bin gerne dabei.»

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker meinte zuletzt, die Fidesz-Partei vertrete die «christdemokratischen Werte in keinster Weise». Der oberste Schweizer Christlichdemokrat scheint da etwas nachsichtiger zu sein.