Kommentar

Fall Franz Beckenbauer: Bundesanwalt Michael Lauber ist überfordert

Franz Beckenbauer im April 2019 bei seiner Ankunft in der ‹Hall Of Fame› des deutschen Fussballs in Dortmund.

Franz Beckenbauer im April 2019 bei seiner Ankunft in der ‹Hall Of Fame› des deutschen Fussballs in Dortmund.

Dass der Fall Franz Beckenbauer zu verjähren droht, zeigt, dass in den Ermittlungen der Schweizer Bundesanwaltschaft zur Fussball-Korruption der Wurm drin ist.

Bundesanwalt Michael Lauber möchte das Strafverfahren, das gegen Franz Beckenbauer läuft, von anderen Verfahren abtrennen. Beckenbauer sei gesundheitlich zu angeschlagen. So will Lauber Zeit in anderen Verfahren gewinnen, aber die Vorwürfe gegen den ehemaligen Fussballstar Beckenbauer dürften dadurch verjähren.

Nun taucht ein Video auf, das zeigt: Der Mann, der angeblich keinen Stress und keine Aufregung erträgt, löste dieser Tage an seinem Golfturnier eigenhändig einen Kanonenschuss aus. Im Pulverdampf eröffnete Beckenbauer seinen Kaiser-Cup.

Der Fall Beckenbauer zeigt, wie schief es bei der Bundesanwaltschaft läuft. Er ist nur ein weiterer Hinweis, dass bei ihren Ermittlungen zur Fussball-Korruption der Wurm drin ist. Die nicht protokollierten Treffen zwischen Lauber und Fifa-Boss Gianni Infantino sind noch in bester Erinnerung. Wegen dieser Treffen wurde Lauber vom Bundesstrafgericht in den Ausstand geschickt. Die Verfahren werden weiter erschwert und verzögert, die Verjährungsgefahr wächst.

Dass einer wie Beckenbauer jetzt auch noch von einer Sonderbehandlung profitieren könnte, ist ein weiterer Tiefpunkt. Für die Verfahren, aber auch für den überforderten Bundesanwalt Lauber, der unter selbst verschuldetem Zeitdruck steht. Ihm läuft in jeder Hinsicht die Zeit davon. Die Ausgangslage für seine Wiederwahl, die er im September anstrebt, wird mit jedem Tag schlechter.

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