Sie war mir von Anfang an unsympathisch – und nicht ganz geheuer. Diese Siri, persönliche Sprachassistentin auf dem iPhone, plötzlich war sie da mit ihrer seelenlosen Stimme, obwohl ich sie gar nicht darum gebeten hatte.

Eine Software, die die Denkarbeit übernimmt, damit wir Menschen noch schneller verblöden? Die all meine Sprachdaten nach Cupertino schickt? Mich vielleicht sogar abhört? – Nein, danke. Was ich in meinem Leben treibe, geht die da drüben nichts an. Flugs machte ich Siri mit dem Deaktivierungsbutton mundtot.

Nach dem letzten Update allerdings muckte diese freche Göre wieder auf. Das kam so: Für Dienstag hatte ich in meine Handy-Agenda notiert, dass um 8 Uhr der Heizungsmonteur vorbei kommt. 24 Stunden vor dem Termin die Meldung auf dem Telefon: «Siri-Vorschlag: Stelle einen frühen Wecker – Heizungsmonteur um 08:00 in Kalender gefunden».

Dass ich dann einen Wecker stellen muss, hat mein Gehirn selbst bereits antizipiert, dachte ich wütend. Wieder der Deaktivierungsbutton. Und am selben Tag habe ich mir einen analogen Terminkalender für 2019 besorgt.

Es kam, wie es kommen musste. Ich habe am Dienstag verschlafen. Die Türglocke riss mich aus dem Traum. Schlaftrunken öffnete ich dem Heizungsmonteur die Türe. Ziemlich peinlich. Was soll’s, das ist das echte Leben, das bin ich. Ich denke, das passt. Der Monteur jedenfalls hat gelacht.