Kommentar

Die Arbeitslosigkeit stagniert: Die Katastrophe ist vorerst abgesagt

Im Juni und Juli ist die Arbeitslosenquote leicht ­gesunken – auf 3,2 Prozent. (Symbolbild)

Im Juni und Juli ist die Arbeitslosenquote leicht ­gesunken – auf 3,2 Prozent. (Symbolbild)

Mit einer Kündigungswelle im Herbst ist vorläufig nicht zu rechnen. Dennoch ist eine gewisse Vorsicht angebracht, was die weitere Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt anbelangt.

Die Coronakrise liess die Arbeitslosigkeit zwischen Januar und Mai von 2,6 auf 3,4 Prozent schnellen. Doch im Juni und Juli ist die Quote leicht ­gesunken – auf 3,2 Prozent. Zu diesen positiven Nachrichten kommt hinzu, dass im Herbst kaum mit einer Kündigungswelle zu rechnen ist. Dafür fehlten handfeste Anzeichen, sagt dazu Boris Zürcher, der Chef­beamte des Staatssekretariats für Wirtschaft.

Zürcher zweifelt inzwischen daran, dass die Arbeitslosenquote in diesem Jahr im Schnitt auf 3,8 Prozent klettert. Auch andere Konjunkturforscher malen zurzeit ein weniger düsteres Bild der Schweizer Wirtschaft als noch im Frühling.

Dennoch ist eine gewisse Vorsicht angebracht. Viele Firmen fangen die Krise mit Kurzarbeit auf. Sollten sich die Perspektiven für diese Unternehmen nicht bessern, drohen mittelfristig eben doch Entlassungen. Zudem verdient unser Land jeden zweiten Franken im Ausland. Selbst wenn es die befürchtete zweite Welle umschiffen kann, so bleibt es stark von der Pandemiebewältigung der Handelspartner abhängig.

Selbstverständlich dürfen wir uns darüber freuen, dass die befürchtete Katastrophe auf dem Schweizer Arbeitsmarkt vorerst abgesagt ist. Doch eines hat die Coronakrise immer wieder gezeigt: Ihre Entwicklung ist kaum vorhersehbar, die Unsicherheit bleibt auch in wirtschaftlicher Hinsicht gross.

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