FDP-Bundesratskandidaten

Cassis, Moret und Maudet: Eine Auswahl – oder doch nicht?

Der Arzt Ignazio Cassis (56, Nationalrat/TI), die Juristin Isabelle Moret (46, Nationalrätin VD) und der Jurist Pierre Maudet (39, Regierungsrat GE), sind im Rennen um den frei werdenden Bundesratssitz.

Der Arzt Ignazio Cassis (56, Nationalrat/TI), die Juristin Isabelle Moret (46, Nationalrätin VD) und der Jurist Pierre Maudet (39, Regierungsrat GE), sind im Rennen um den frei werdenden Bundesratssitz.

Zwei Männer und eine Frau bewerben sich um den freiwerdenden FDP-Sitz im Bundesrat. Worauf kommt es an? Ein Kommentar.

Zwei Monate nach der Rücktrittsankündigung von FDP-Bundesrat Didier Burkhalter ist nun klar, wer im Nachfolgekampf in den Ring steigt: Der Arzt Ignazio Cassis (56, Nationalrat/TI), die Juristin Isabelle Moret (46, Nationalrätin VD) und der Jurist Pierre Maudet (39, Regierungsrat GE). Offen ist noch, ob die FDP-Fraktion alle drei oder nur zwei davon der Bundesversammlung zur Wahl vorschlagen wird.

Ein Dreierticket wäre zu begrüssen. Das Parlament hätte dann die Wahl: Haben sprachregionale Kriterien Vorrang? Dann ist der Tessiner Cassis gewählt – er ist und bleibt aus heutiger Sicht der Favorit. Oder geht es vor allem darum, dass die Frauen angemessen im Bundesrat vertreten sind? Dann wählt das Parlament Moret. Oder ist weder die Regionen- noch die Frauenfrage entscheidend, sondern Führungsstärke und Dynamik? Dann ist der jugendliche Maudet im Vorteil.

Zu kurz kam bislang das wichtigste Kriterium: Wo stehen die Kandidaten politisch? Die Smartvote-Auswertungen, die wir am Freitag publizieren, zeigen, dass die drei sehr nahe beieinander liegen – was die Auswahl relativiert. Das liegt einerseits in der Natur der Sache, schliesslich geht es um den FDP-Sitz. Andererseits ist die Partei traditionell breit; es fehlt auf dem Ticket ein Kandidat, der den staatskritischen, wirtschaftsliberalen Freisinn verkörpert. Nun, das war zu erwarten. In der Romandie und im Tessin mangelt es an Vertretern dieser Strömung. Immerhin: Im Vergleich zu Didier Burkhalter sind alle drei Kandidaten bürgerlicher und nicht ganz so etatistisch. Das wird dem Gremium gut tun.

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