USA
Trump verspricht: «Das ist erst der Anfang» - und sorgt mit einer umstrittenen Begnadigung für Aufsehen

Der Ex-Präsident verspricht, zurückzukehren. Was plant er mit Ex-Chefstratege Steve Bannon?

Fabian Hock
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Der scheidende Präsident Donald Trump neben Ehefrau Melania winkt zum Abschied - erklärt jedoch, dass er direkt wiederkommen will.

Der scheidende Präsident Donald Trump neben Ehefrau Melania winkt zum Abschied - erklärt jedoch, dass er direkt wiederkommen will.

Joe Cavaretta / AP

Das war nicht der letzte Auftritt von Donald Trump. Sein finaler zwar als Präsdient der Vereinigten Staaten. Bei seiner Abschiedsrede am Mittwoch stellte Trump jedoch klar: «Wir werden zurückkehren.» Wie genau, liess der nun Ex-Präsident offen. Seinen Anhängern gab er jedoch mit auf den Weg: «Das ist erst der Anfang.» Und: «Ich werde immer für euch kämpfen.»

An der Amtseinführung seines Nachfolgers nahm Trump nicht teil. Dass er mit dieser Tradition brechen werde, hatte er lange vorher angekündigt. Denn nach wie vor akzeptiert Trump das Wahlergebnis nicht. Er habe die Wahl gewonnen, soll er noch am letzen Tag im Amt seinen Beratern eingetrichtert haben.

Gute Wünsche - und viel Eigenlob

Für seine Abschiedsrede indes schlug Trump ungewohnt versöhnliche Töne an - sparte aber freilich nicht mit Eigenlob: Was seine Administration geleistet habe, sei «in jeder Hinsicht erstaunlich», so Trump. Von «unglaublichen vier Jahren», spach er. Auch wenn Trump seinen Nachfolger Joe Biden während der Ansprache nicht ein einziges Mal beim Namen nannte, wünschte er der neuen Regierung viel Glück und Erfolg.

Das könnte sie haben, denn schliesslich baue sie auf dem auf, was er hinterlassen habe. «Habt ein gutes Leben», schloss Trump. «Wir sehen uns bald.» Dann machte er sich auf in Richtung seines Anwesens in Palm Beach, Florida, wo er mit seiner Familie von nun an residieren wird. Dem künftigen Bewohner des Weissen Hauses soll Trump zuvor, so berichten es US-Medien, immerhin einen Brief hinterlassen haben.

Zu den Hinterlassenschaften des abgetretenen Staatschefs zählen auch eine Reihe von umstrittenen Begnadigungen. Dutzende verteilte Trump noch in den letzten Zügen seiner Amtszeit. Für Aufsehen sorgt vor allem eine: jene für Steve Bannon. Der frühere Chefstratege Trumps ist wegen Betrugs angeklagt. Im Zusammenhang mit Spenden für den Bau der Grenzmauer zu Mexiko soll Bannon Geld abgezweigt zu haben.

Wird der Ex-Stratege für Trump noch einmal nützlich?

Bannon ist eine der einflussreichsten Stimmen im ultra-konservativen Lager in den USA. An Trumps Wahlsieg 2016 war er massgeblich beteiligt. Als einer der wichtigsten Berater zog er anschliessend ins Weisse Haus ein. Er überwarf sich jedoch mit dem Präsidenten. In einem Buch wurde Bannon zitiert, wie er über Trumps Kinder herzog. Dessen Tochter Ivanka etwa bezeichnete er als «dumm wie ein Backstein». Trump feuerte Bannon bereits im ersten Amtsjahr.

Die Begnadigung überrascht daher. Zumindest auf den ersten Blick. Auf den zweiten könnte der immernoch einflussreiche «Breitbart»-Gründer in Zukunft durchaus hilfreich für Trump sein, sollte dieser tatsächlich auf der politischen Bühne bleiben wollen. Zuletzt hatte Bannon Trumps Falschbehauptungen über dessen angeblichen Sieg bei der Präsidentschaftswahl unterstützt und weiterverbreitet. Beide sollen in letzter Zeit wieder in Gesprächen miteinander sein.