Ramush Haradinaj
Unabhängigkeit von Kosovo: Das sagt der kosovarische Regierungschef den Schweizern zum Jubiläum

Kosovo feiert am Samstag den 10. Jahrestag seiner Unabhängigkeit. Wir haben deshalb Premierminister Ramush Haradinaj getroffen. Im exklusiven Video gratuliert er den Kosovaren in der Schweiz und dankt unserem Land für die wichtige Hilfe während des Krieges und danach.

Samuel Schumacher
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Ramush Haradinaj (49) regiert den Kosovo seit September 2017. Der ehemalige Anführer der kosovarischen Befreiungsarmee UÇK stand zweimal vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag, bevor er im April 2008 endgültig freigesprochen wurde und aus der holländischen Untersuchungshaft in den Kosovo zurückkehrte.

Bilder unseres Nachrichtenredaktors Samuel Schumacher aus dem Kosovo:

Der Blick über das Tal von Zubin Potok. Die Landschaft erinnert an das Schweizer Mittelland, wär da nicht die von Saudi-Arabien finanzierte Moschee.
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Auf dem Friedhof im westkosovarischen Dorf Gllogjan, der Heimat von Premierminister Ramush Haradinaj, liegen viele gefallene UCK-Kämpfer begraben.
Das offizielle 10-Jahres-Feier-Plakat auf einem Feld ausserhalb der südostkosovarischen Stadt Gjilan.
Vorbereitungen auf die 10-Jahres-Feier in der Mutter-Theresa-Fussgängerzone in Pristina.
Luzerner Nummernschilder vor dem luxuriösen Hotel der Vali Ranch im Südosten Kosovos.
Im Süden Pristinas schiessen die Hochhäuser wie Pilze in die versmogte Luft.
Diese 'Kulla' (so heissen die für den Kosovo typischen, festungsartigen Steinhäuser) liess sich die Familie von Premierminister Ramush Haradinaj in ihrem Heimatdorf Gllogjan nach dem Krieg bauen.
Eigentlich idyllisch, dieser Blick hinunter auf den Gazivodastausee. Das Ruderboot hat aber ein Leck. Über den See rudern lässt sich damit nicht mehr.
Die bronzene Bill-Clinton-Statue am 'Boulevardi Bill Klinton' in Pristina.
Der Gazivodastausee im Norden Kosovos versorgt 600'000 Kosovaren mit Trinkwasser.
Der Kodak-Film-Laden in der nordkosovarischen Gemeinde Zubin Potok ist seit Monaten geschlossen.
Am Rande des nordkosovarischen Dorfes Cabra hat sich ein 'Schatzi' eine schöne Bleibe eingerichtet.

Der Blick über das Tal von Zubin Potok. Die Landschaft erinnert an das Schweizer Mittelland, wär da nicht die von Saudi-Arabien finanzierte Moschee.

Samuel Schumacher

In seinem ersten Interview in einer Schweizer Zeitung spricht der Premierminister des jüngsten Landes Europas sehr offen über die grossen Probleme, die der Kosovo in naher Zukunft zu bewältigen hat. Haradinaj will die Jugendarbeitslosigkeit (derzeit bei über 50 Prozent) auf unter zehn Prozent senken und der Korruption den Garaus machen. Er gibt zu, dass der Kosovo eigentlich nicht wirklich 21 Minister und 82 stellvertretende Minister bräuchte. Und er rechtfertigt seinen Entscheid, seinen eigenen Lohn von 1300 Euro auf 3000 Euro pro Monat zu erhöhen.

Interview mit Premierminsiter Ramush Haradinaj

Kosovos Regierungschef Ramush Haradinaj erzählt im Interview mit der "Schweiz am Wochenende" über seine neun Jahre in der Schweiz, erklärt, warum sein Land mehr Minister hat als China, was die Diaspora in der Schweiz für den Kosovo tun kann und wieso der Kosovo 2022 nicht Fussballweltmeister wird. Das Interview erscheint morgen Samstag in der "Schweiz am Wochenende" und auf unseren Newsseiten.

Daneben gibt Haradinaj Einblick in seine persönliche Biografie. Er erzählt über die Zeit, während der er in der Schweiz als Türsteher und Zimmermann gearbeitet hat und sagt, wie die Erfahrungen in der Schweiz bis heute seinen Arbeitsstil beeinflussen. Auch wenn er selbst einst als Migrant ins Ausland ging, zeigt sich Haradinaj besorgt über den Auswanderungswunsch vieler junger Kosovaren: „Dass so viele junge Leute abwandern, ist sehr gefährlich für uns“, sagt er.

Und natürlich hat Haradinaj auch etwas über die Fussballer in seinem Land zu sagen. Der „Schweiz am Wochenende“ verrät er, weshalb der Kosovo trotz aller Euphorie 2022 in Katar nicht Weltmeister werden wird.

Am 17. Februar 2008 feiern die in der Schweiz lebenden Kosovarinnen und Kosovaren die Unabhängigkeit ihrer Heimat. Helvetiaplatz Zürich.
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Am 17. Februar 2008 feiern die in der Schweiz lebenden Kosovarinnen und Kosovaren die Unabhängigkeit ihrer Heimat. Helvetiaplatz Zürich.
Am 17. Februar 2008 feiern die in der Schweiz lebenden Kosovarinnen und Kosovaren die Unabhängigkeit ihrer Heimat. Helvetiaplatz Zürich.
Am 17. Februar 2008 feiern die in der Schweiz lebenden Kosovarinnen und Kosovaren die Unabhängigkeit ihrer Heimat. Helvetiaplatz Zürich.
Kosovos Staatspräsident Hashim Thaci feiert das Jubiläum.
Premier Ramush Haradinaj begrüsst den deutschen Aussenminister Sigmar Gabriel.
Die Kosovo-Flagge am Parlamentsgebäude in Prishtina.
10 Jahre Kosovo.
Die Serben protestieren gegen die Loslösung ihrer Provinz Kosovo.
Unabhängigkeit = pavaresia e kosoves
Mangels eigener Fahne diente den Kosovaren lange Zeit die albanische Flagge mit dem Doppeladler als Symbol.
Die Nordgrenze zu Serbien ist ein Hotspot.

Am 17. Februar 2008 feiern die in der Schweiz lebenden Kosovarinnen und Kosovaren die Unabhängigkeit ihrer Heimat. Helvetiaplatz Zürich.

Keystone