US-Präsident
Trump feiert seinen «modernen» Twitter-Stil – und attackiert die «strohdumme» Mika

Der US-Präsident legt mit seiner Kritik gegen das NBC-Moderatorenduo nach. Seine Tiraden nennt er «modern-präsidial». Der Unmut wächst.

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Trump bezeichnet sie als «strohdumm»: TV-Moderatorin Mika Brzezinski.
Trump schiesst auf Twitter.

Keystone

Anstatt Golfbälle abzuschlagen, ballert der US-Präsident Donald Trump in seinem Weekend-Domizil Mar-a-Logo weitere Schmäh-Tweets gegen die NBC-Moderatoren Mika Brzezinski und Joe Scarborough.

Die irren Tweets

«Der verrückte Joe Scarborough und die strohdumme Mika sind keine schlechten Leute, aber ihre Sendung mit den niedrigen Einschaltquoten wird von ihren NBC-Bossen dominiert. Zu schade!»

Die Moderatoren der Sendung «Morning Joe» beim Sender MSNBC hatten Trump in den vergangenen Monaten wegen seines Verhaltens und Führungsstils immer wieder scharf kritisiert. Der Präsident reagierte darauf am Donnerstag mit einem Wutausbruch, in dem er Scarborough als «Psycho-Joe» schmähte, vor allem aber über Brzezinski herfiel. Er beschimpfte sie als die «verrückte Mika mit dem niedrigen IQ». Auch behauptete er, die Journalistin habe nach einer Schönheits-OP «schlimm» im Gesicht geblutet.

Der «modern-präsidiale» Twitter-Stil

Nach den jüngsten Entgleisungen kritisierten auch republikanische Parlamentarier Trump und dessen Verhalten auf den sozialen Medien scharf. «Bitte hör auf. Das ist nicht normal und unwürdig», schreibt etwa der republikanische Senator Ben Sasse exemplarisch.

Doch – wie könnte es auch anders sein – kümmert dies Trump überhaupt nicht, im Gegenteil. Er verteidigt seine Twitter-Tiraden:

Sein Gebrauch der sozialen Medien sei nicht präsidial, sondern «modern präsidial».

«Erinnert euch, ich gewann die Wahl 2016 mit Interviews, Reden und sozialen Medien. Ich musste die Fake News schlagen und das tat ich. Wir siegen so auch in Zukunft.»

Bei einer Rede vor Veteranen legte dann der trotzige US-Präsident am Samstagabend nochmals trotzig nach. Die «Fake-Medien» hätten versucht, ihn vor dem Einzug ins Weisse Haus zu stoppen. «Aber jetzt bin ich Präsident, und sie sind es nicht.» (amü/sda)

Gegenwind für Trumps Wahluntersuchung

US-Präsident Donald Trump stösst mit seiner Untersuchung wegen angeblicher Wahlfälschung zu seinen Ungunsten auf Widerstand. Bis zum Wochenende weigerten sich mindestens 13 Bundesstaaten, der von ihm eingesetzten Kommission die gewünschten Bürger-Daten auszuhändigen. Trump will nachweisen, dass er die Präsidentschaftswahl im November deutlich klarer gewonnen hat als bisher bekannt. Als bisher letzter Bundesstaat verweigerte Minnesota die Herausgabe der vertraulichen Informationen über die registrierten Wähler. Der oberste Wahlleiter Minnesotas, Steve Simon, sagte, er habe «schwerwiegende Bedenken hinsichtlich der Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit der Kommission». Er werde ihr deshalb die Daten nicht überreichen. Die Kommission unter Vizepräsident Mike Pence fordert von den 50 Bundesstaaten unter anderem Auskunft über die Namen, Adressen, Geburtsdaten, die Parteizugehörigkeit und das Strafregister der Wähler. (sda)

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