Schifffahrt
Riesenfrachter verlor weitaus mehr Container als bisher angenommen

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Havarie Containerschiff "MSC Zoe"
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Der Zwischenfall ereignete sich während eines Sturms am 2. Januar 2019 in der Nordsee.
Freiwillige haben die Küste nach der Havarie gereinigt.
Diverses Strandgut, das angespült wurde, liegt vor dem Werkhof der Kurverwaltung. In diesem Fall handelt es sich um militärisches Kinderspielzeug.
Blick auf die "MSC Zoe".

Havarie Containerschiff "MSC Zoe"

KEYSTONE/APA/Havariekommando/--

Das Containerschiff "MSC Zoe" hat in der Nordsee weitaus mehr Container verloren, als bisher angenommen. Mindestens 345 Behälter seien Anfang Januar auf dem Weg nach Bremerhaven über Bord geschlagen worden, teilte das niederländische Ministerium für Wasserwirtschaft am Mittwoch in Den Haag mit.

Bisher war die Rede von 291 Behältern, darunter zwei mit Gefahrgütern. Die Reederei MSC mit Sitz in Genf hatte nun die niederländischen Behörden über die neuesten Zahlen informiert. Eine endgültige Liste der verloren gegangenen Container werde für nächste Woche erwartet.

Die Reederei begründete die Unklarheit damit, dass das Schiff erst am vergangenen Wochenende im Hafen von Danzig entladen werden konnte. Zunächst war die "MSC Zoe", eines der grössten Containerschiffe der Welt, nach Bremerhaven gefahren. Dort war ein erster Teil der Fracht entladen worden. Im polnischen Danzig folgte nun der Rest der Ladung.

Die weitaus meisten Container waren im Norden der niederländischen Wattenmeerinseln und beim deutschen Borkum gesunken und dabei aufgebrochen. Seit mehr als zwei Wochen läuft eine Bergungsaktion.

Kriegsspielzeug und PlastikschrottDie Boxen mit Gefahrengütern wurden bisher nicht geortet. Auch Greenpeace-Taucher hatten danach vergeblich gesucht. Fast 450 Container aus beschädigten Boxenreihen waren nach Einlaufen des Schiffes in Bremerhaven von Bord gebracht worden. Der Frachter war dort nach der Reparatur Mitte Januar wieder ausgelaufen.

Die meisten Container brachen nach dem Sturz im Wasser auseinander. Das sei erwartet worden, sagte ein Sprecher des Ministeriums in Den Haag: "Der Fall der Container vom Schiff auf den Meeresboden ist mit einem Sturz vom 12. Stock eines Hochhauses vergleichbar." In der Folge war tonnenweise Müll an die Strände der ostfriesischen Inseln angespült worden, darunter Kriegsspielzeug, Plastikschrott und Verpackungsreste.

Die Genfer Reederei ist für die Bergung verantwortlich und trägt auch die Kosten. An der Aktion sind auch Schiffe der niederländischen Marine und der Küstenwache beteiligt sowie Fischerboote zum Aufsammeln von Müll aus dem Wasser. Bei stürmischer See und einer Wellenhöhe von zwei Metern werden die Arbeiten unterbrochen.

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