USA
Migranten-Karawane wird zum ersten Test für Joe Biden

Tausende Menschen aus Südamerika haben sich in Richtung USA aufgemacht. Wie reagiert der künftige Präsident?

Renzo Ruf aus Washington
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Tausende Menschen durchqueren derzeit Guatemala in Richtung Norden. Das Ziel der «Karawane»: Die Vereinigten Staaten von Amerika.

Tausende Menschen durchqueren derzeit Guatemala in Richtung Norden. Das Ziel der «Karawane»: Die Vereinigten Staaten von Amerika.

AP/Key (Chiquimula, 16. Januar 2021

Joe Biden hat es eilig. Bereits am Mittwoch, dem ersten Tag seiner Präsidentschaft, will der neue amerikanische Präsident per Dekret eine ganze Reihe von Beschlüssen seines Vorgängers rückgängig machen. So wird Amerika wieder dem Pariser Klimaabkommen beitreten.

Auch will der Demokrat die generelle Einreisesperre für Bewohner von Ländern aufheben, die mehrheitlich von Muslimen bewohnt werden. Die Aufhebung des «Muslim-Bann» ist Teil eines Pakets, mit dem Biden in der Einwanderungspolitik ein neues Kapitel aufschlagen will.

Eine Gruppe von rund 8000 Migrantinnen und Migranten aus Honduras, die sich auf einem langen Marsch an die amerikanische Südgrenze befindet, könnte die Suche nach Konsens aber erschweren.

Asyl beantragen könnte schwierig werden - wegen Abkommen mit Trump

Die Menschen in der Migranten-Karawane verfolgen das Ziel, in Amerika Asyl zu beantragen. Derzeit ist offen, ob ihnen dies gelingen wird - sowohl Guatemala als auch Mexiko haben Abkommen mit der Regierung Trump unterzeichnet, die dies verunmöglichen sollen.

Biden kündigte an, er werde Restriktionen aufheben, mit denen sein Vorgänger Migranten dazu zwang, in Mexiko Asyl zu beantragen. Bereits befürchtet das rechte Lager in Washington einen neuen Massenansturm auf die Grenze. Aktuelle Zahlen des Grenzwachtkorps CBP deuten darauf hin, dass die Zahl der Menschen, die unbefugt die Grenze zwischen Mexiko und Amerika übertreten, derzeit stark steigt.