Kommentar
Die Impfpflicht ist gescheitert – eine Blamage mit Ansage für die deutsche Regierung

Omikron hat der Pandemie ihren tödlichen Schrecken genommen. Das müssen auch scheinbar unverbesserliche Volksbeschützer wie Scholz und Lauterbach einsehen. Doch ganz vorbei ist es noch nicht.

Fabian Hock
Fabian Hock
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Diskussionen im Bundestag: Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Bundeskanzler OIaf Scholz.

Diskussionen im Bundestag: Gesundheitsminister Karl Lauterbach und Bundeskanzler OIaf Scholz.

Keystone

Seit Omikron ist klar: Die Impfpflicht ist ein totes Pferd. Den deutschen Kanzler Olaf Scholz und seinen Gesundheitsminister Karl Lauterbach hielt das jedoch nicht davon ab, ihm bis zuletzt die Sporen zu geben.

Dem Treiben der beiden tollkühnen Reiter hat der Bundestag jetzt ein Ende gesetzt. Das Parlament in Berlin lehnte einen entsprechenden Antrag ab. Dieser sah vor, die Corona-Impfung für alle Menschen ab 60 verpflichtend zu machen.

Der Zwang zum Stich ist vom Tisch. Das Ergebnis ist eine Blamage mit Ansage für die deutsche Regierung. Eine ähnlich laut knallende Ohrfeige hatte zuvor schon Scholz’ Amtskollege aus Österreich eingesteckt: Karl Nehammers Regierung beschloss die Impfpflicht – und musste sie direkt wieder aussetzen.

Zum jetzigen Zeitpunkt wirkt eine Impfpflicht wie aus der Zeit gefallen. Eine Omikron-Infektion ist freilich keine Freude. Der Pandemie hat die Variante allerdings ihren tödlichen Schrecken genommen. Das müssen auch scheinbar unverbesserliche Volksbeschützer wie Scholz und Lauterbach einsehen.

Doch Vorsicht: Omikron war eine glückliche Fügung für den Verlauf der Pandemie. Die Rückkehr von Delta – oder gar das Auftauchen einer noch gefährlicheren Variante – ist keinesfalls ausgeschlossen. Die Impfquote in ganz Europa wird bis zum Herbst stagnieren. Ob Scholz und Co. besser daran getan hätten, das Ross irgendwie über die Ziellinie zu tragen, werden wir wohl frühestens in einigen Monaten wissen.

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