Homosexualität
Israel verbietet Umpolungstherapien

Mit Therapien sollen Homosexuelle «geheilt» werden. Immer mehr Länder verbieten diese jedoch. In der Schweiz sind sie noch erlaubt.

Drucken
Keine Krankheit: Israel verbietet angebliche Therapien zur Heilung von Homosexualität.

Keine Krankheit: Israel verbietet angebliche Therapien zur Heilung von Homosexualität.

Keystone

Israel verbietet ab sofort dubiose Therapien zur angeblichen Heilung von Homosexualität. Die Anordnung vom Montag enthalte zudem Strafen für diejenigen, die an diesem «gefährlichen Missbrauch der jungen LGBT-Gemeinschaft» beteiligt seien, schrieb Gesundheitsminister Nitzan Horowitz auf Twitter.

«Sexuelle Orientierung ist kein Problem, das eine Behandlung braucht. Und ‹Konversionsbehandlungen› sind keine Behandlungen», schrieb Horowitz. «Lesben, Schwule, Transpersonen und Heterosexuelle, Ihr seid toll und schön genau so wie Ihr seid.»

In Frankreich hat das Parlament bereits Ende Januar für ein Verbot von solchen Therapien gestimmt. Auch in Deutschland und Österreich gibt es zum Teil bereits Verbote. In der Schweiz sind Konversionstherapien – oder eben Konversionsmassnahmen – heute nur für anerkannte Ärztinnen oder Therapeuten durch die entsprechenden Berufsverbände verboten. Bis ein konkretes Verbot in Kraft tritt, dürfte es noch dauern. Zwar haben sowohl Angelo Barrile als auch Sarah Wyss, die beide für die SP im Nationalrat sitzen, letzten Herbst eine parlamentarische Initiative zu diesem Thema eingereicht. Und auch die Basler Regierung hat sich kürzlich für eine Initiative betreffend eines Verbots auf Bundesebene ausgesprochen. Doch die Behandlung und Umsetzung einer solchen dauert eine Weile.

Israel ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich toleranter gegenüber Homosexualität geworden. Vor allem die Küstenmetropole Tel Aviv gilt als besonders liberal. Gleichgeschlechtliche Paare können allerdings zum Beispiel nicht heiraten. (dpa/ArgoviaToday)