Grossbritannien
Sechs Tote nach Gewalttat in Plymouth – dreijähriges Mädchen unter den Opfern

Bei einer Gewalttat in der südenglischen Stadt Plymouth sind nach Angaben der Polizei sechs Menschen ums Leben gekommen. Unter den Opfern ist auch ein dreijähriges Mädchen. Die Hintergründe der Tat sind noch unklar.

Drucken
Teilen
Ermittler sichern am Tatort Spuren.

Ermittler sichern am Tatort Spuren.

Ben Birchall / AP

Die Polizei teilte am Freitag mit, der mutmassliche Täter habe das Kind und einen 43 Jahren alten Verwandten des Mädchens erschossen, als er ein Haus verliess. Dort hatte er zuvor eine 51-jährige Frau getötet, die er kannte. Ob er auch mit dem Mädchen und den übrigen Opfer bekannt war, ist noch unklar.

Der 22-Jährige erschoss auf einer Strasse einen 59-jährigen Mann und eine 66 Jahre alte Frau, die in der Nähe wohnten, und verletzte eine 53 Jahre alte Frau sowie einen 33-Jährigen schwer. Als Polizisten auftauchten, erschoss er sich selbst.

Premier Johnson bekundet Beileid

Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Angehörigen sein Beileid ausgesprochen. «Meine Gedanken sind bei den Freunden und Familien derjenigen, die ihr Leben verloren haben, und bei allen, die von diesem tragischen Vorfall in Plymouth gestern Abend betroffen sind», twitterte Johnson am Freitag. Er dankte den Rettungskräften für ihren Einsatz in der südenglischen Hafenstadt.

Die Polizei sei innerhalb von sechs Minuten nach dem ersten Notruf am frühen Donnerstagabend am Tatort erschienen, sagte Polizeichef Shaun Sawyer. Er sei sehr stolz auf seine Beamten. «Die Auswirkungen auf die lokale Gemeinde Keyham, die Stadt Plymouth und viele Gemeinden im ganzen Land, in denen Angehörige der Gestorbenen leben, werden viele Monate und Jahre lang spürbar sein», sagte Sawyer.

Warum schritt der Schütze zur Tat?

Zu den Hintergründen der Bluttat vom Donnerstagabend machten die Ermittler zunächst keine Angaben. Die Behörden stuften den Vorfall jedoch nicht als terroristische Tat ein, wie eine Polizeisprecherin der Deutschen Presse-Agentur bestätigte. Dies wurde von der Polizei später auf Twitter bekräftigt.

Eine Augenzeugin, die in der Nähe des Tatorts wohnt, berichtete dem Sender BBC von etlichen Schüssen. Ein Angreifer habe die Tür eines Hauses eingetreten und angefangen zu schiessen. Danach habe er draussen weiter um sich geschossen. Sowohl Polizei als auch Rettungshelfer waren am frühen Abend in der Region mit einem Grossaufgebot an Kräften im Einsatz. Ein BBC-Reporter vor Ort berichtete von unzähligen Einsatzwagen und Hubschraubern.

Die britische Innenministerin Priti Patel sprach den Betroffenen der mutmasslichen Gewalttaten ihr Mitgefühl aus und rief die Bevölkerung auf, Ruhe zu bewahren. «Der Vorfall in Plymouth ist schockierend und meine Gedanken sind bei den Betroffenen», schrieb Patel am Donnerstagabend auf Twitter.

Auch Oppositionsführer Keir Starmer sprach den Betroffenen sein Mitgefühl aus. Örtliche Abgeordnete riefen die Anwohner auf, keine Bilder oder Spekulationen in den sozialen Medien zu teilen.

Der örtliche Labour-Abgeordnete Luke Pollard erklärte am späten Abend auf Twitter, die Schiesserei sei vorbei, einige Opfer würden jedoch noch behandelt. Der Tod eines Kindes bei der Schiesserei habe ihn «am Boden zerstört». (dpa)

Aktuelle Nachrichten