Apropos
Brutale Zungen: Wie mich die enthaltsame Rosa Wilder der süss-sauren Ekstase beraubt hat

Die Hit-Serie «Wilder» leide an einem «zu viel» an Brutalität, sagen viele. Das wahre Probleme der Produktion aber ist ein wortwörtliches «zu wenig» an Süssem.

Samuel Schumacher
Samuel Schumacher
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Zu viel Brutalität? Nein, zu wenig Biss! Die Regie der Hit-Serie Wilder hat einen süss-sauren Fehler gemacht.

Zu viel Brutalität? Nein, zu wenig Biss! Die Regie der Hit-Serie Wilder hat einen süss-sauren Fehler gemacht.

SRF/Pascal Mora

Wahrscheinlich kennen Sie «Wilder». Hat ja jetzt jeder geschaut. Manche sagen: Zu viel Brutalität! Zu viele Tote! Zu viel Drama! So ist das doch gar nicht, das richtige Leben! Dabei ist das Problem von «Wilder» (ich stecke in der zweitletzten Folge der finalen Staffel) nicht ein «zu viel» am Bösen, sondern schlicht ein «zu wenig» am Süssen. Und zwar wortwörtlich.

Wissen Sie noch, in der ersten und zweiten Staffel? Da hat sich Rosa Wilder mit ihrem Polizeipartner in guten Momenten immer mal wieder eine «Saure Zunge» gegönnt; diese süsssauren Dinger, die die Geschmacksrezeptoren auf helvetischen Zungen zur fast schon ekstatischen Überforderung reizen.

Ich habe mitgemacht: Für jede «Saure Zunge» auf dem Bildschirm gab’s eine «Saure Zunge» für mich. Ein köstliches Filmvergnügen. Und jetzt? Seit anderthalb Staffeln keine «Sauren Zungen» mehr. Eine Fehlleistung der Regie!

Noch zwei Folgen hat Rosa Wilder Zeit, die Dinger zu zücken. Sonst muss ich dann vor lauter Frust meine ganze Packung auf einmal runterschlingen. Und so viel Brutalität will ich meiner Zunge nicht antun.

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