Thailand
17 Tage eingesperrt: Diese spektakuläre Höhlen-Rettung bewegte die Welt

Zwölf Fussballjunioren wurden im Sommer nach 17 Tagen spektakulär aus einer Tropfsteinhöhe in Thailand gerettet. Die Mannschaft wurde von einer Sturzflut überrascht.

Federico Gagliano
Drucken
Teilen
12 Knaben und ihr Fussballtrainer waren während 17 Tagen in der Höhle Tham-Luang eingeschlossen.
15 Bilder
Sie wurden am 2. Juli entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt waren sie bereits zehn Tage eingeschlossen.
Wieder einsetzender Monsunregen erschwerte die Rettungsaktion.
Der Blick durch den «Eingang»
Rettungskräfte tragen Wasserleitunen zum Eingang der Höhle
Höhlendrama in Thailand (09.07.2018) Rückblick
Ein riskantes Spiel auf Zeit: Das Wasser in der Höhle drohte ständig anzusteigen.
Wie gefährlich die Rettung war, wurde am 5. Juli auf dramatische Weise unterstrichen: Ein ehemaliger Taucher der thailändischen Marine kam in der Höhle wegen Sauerstoffmangels ums Leben.
Rettungskräfte auf dem Weg in die Höhle.
Die Eingeschlossenen schrieben einen Brief: "Macht euch keine Sorgen."
Am 8. Juli der erste Erfolg: Vier Jungen konnten aus der Höhle gerettet werden.
Thailandische Soldaten und Polizisten bringen einen Jungen per Helikopter ins Spital.
Ein Blick auf den Berg, wo sich die Tham Luang Höhle befindet
Die geretteten Jungen wurden per Ambulanz und Helikopter sofort ins nächstgelegene Spital gebracht
Ambulanzfahrzeuge, die die Geretteten ins Spital der Provinz Chiang Rai bringen

12 Knaben und ihr Fussballtrainer waren während 17 Tagen in der Höhle Tham-Luang eingeschlossen.

AP

Experten halten die Rettung immer noch für ein Wunder: Nach 17 Tagen in der Dunkelheit wurden 12 Spieler und der Trainer der thailändischen Fussball-Jugendmannschaft «Wildschweine» aus der Tropfsteinhöhle Tham-Luang gerettet. Das Team hatte am 23. Juni einen Ausflug in die Höhle unternommen, wurde aber von einer Sturzflut überrascht – in Südostasien herrschte gerade Monsun-Saison.

Zunächst war die Hoffnung gering, überhaupt jemanden der Gruppe lebend zu finden. Neun Tage später die Überraschung: Die thailändische Marine und britische Taucher entdeckten das Team tief in der Höhle. Was darauf folgte, war ein riskantes Spiel auf Zeit: Das Wasser in der Höhle drohte ständig anzusteigen. Wie gefährlich die Rettung war, wurde am 5. Juli auf dramatische Weise unterstrichen: Ein ehemaliger Taucher der thailändischen Marine kam in der Höhle wegen Sauerstoffmangels ums Leben.

Neben dem Wetter erschwerten auch die engen Passagen der Höhle die Arbeit der Retter. Zusätzlich hatte keines der Kinder Erfahrung im Tauchen, weshalb sie von den Profis begleitet werden mussten. Diesen Widrigkeiten zum Trotz folgte am 8. Juli der erste Erfolg: Vier Kinder wurden erfolgreich aus der Höhle geborgen. In zwei weiteren Schritten wurden die restlichen Buben gerettet.

Nach einer Woche im Spital durften die Kinder wieder nach Hause zu ihren Familien. Später zogen sich die Kinder, mit einer Ausnahme, für neun Tage in ein Kloster zurück, um sich von den negativen Erfahrungen «reinigen» zu lassen, wie das im Buddhismus üblich ist.

Die Geschichte der «Wildschweine» sorgte nicht nur wegen der wundersamen Rettung für internationale Schlagzeilen, sondern auch wegen kurioser Begleitumstände. Im Mittelpunkt stand Tesla-Konzernchef Elon Musk. Dieser wollte mit einem Mini-U-Boot die Kinder aus der Höhle retten, das er sogar persönlich auslieferte.

Einer der britischen Rettungstaucher bezeichnete die Idee als «unbrauchbar» und geisselte Musks Besuch als «PR-Gag». Dieser wiederum liess die Kritik nicht auf sich sitzen und beschimpfte den Taucher auf Twitter als «Pädophilen». Ein paar Tage später entschuldigte er sich für die Aussage, wurde aber vom Taucher verklagt.

Aktuelle Nachrichten