Rund um die Probleme an der Primarschule in Hägendorf werden Stimmen laut, die ein energischeres Eingreifen des Kantons fordern. Vor allem jetzt, da der Hägendorfer Gemeinderat beschlossen hat, die unter Beschuss geratene Schulleitung nicht zu entlassen, sondern dieser vielmehr eine Bewährungsfrist von sechs Monaten einzuräumen.

Konkret lautet die Frage, die sich etliche Eltern und Lehrerpersonen in Hägendorf sowie der Verband der Lehrerinnen und Lehrer Solothurn (LSO) stellen: Müsste der Kanton nicht die Möglichkeit haben, die in Ungnade gefallende Schulleitung zu entlassen?

Über ein aufsichtsrechtliches Verfahren könnte der Kanton das Anstellungsverhältnis beenden, sagte Adriano Vella, Departementssekretär im Departement für Bildung und Kultur, gegenüber dieser Zeitung. Die Einleitung eines solchen Verfahrens sei dann angezeigt, wenn ein normaler Schulbetrieb nicht mehr möglich ist – und die Gemeinde als Anstellungsbehörde dennoch nichts unternimmt. Im konkreten Fall gelte es jetzt erst einmal abzuwarten, ob das vereinbarte Massnahmenprogramm in den nächsten Monaten Wirkung zeigt.

Bleibe diese aufgrund eines zerrütteten Verhältnisses zwischen Schulleitung und Lehrerschaft aus, müsse die Gemeinde Hägendorf die nötigen Konsequenzen ziehen. Eine fristlose Entlassung, wie diese einige fordern, komme allerdings kaum infrage. Eine solche ist gemäss Adriano Vella nur dann möglich, wenn der Schulleitung etwa völlige Untätigkeit zur Last gelegt werden kann. (esf)