Am Donnerstag fehlten an Primarschule und Kindergarten Schönenwerd von rund 400 Schulkindern deren 21. «Im Durchschnitt also etwa ein Kind pro Klasse», machte Schulleiter Hanspeter Jeseneg die Grössenordnung anschaulich. Betroffen seien mehrere Schulhäuser. Die Schliessung von Klassen sei aktuell kein Thema. «Die Hauswarte und das Team haben mit erhöhten Hygienemassnahmen rasch reagiert», unterstreicht der Schulleiter.

Für das Fernbleiben der 21 Kinder vom Unterricht gibt es aber laut Jeseneg ganz unterschiedliche Gründe: Neben den Fällen von Brechdurchfall seien im Kindergarten Bühl Erkrankungen an spitzen Blattern (Windpocken) aufgetreten, was zurzeit eher das grössere Problem darstelle als der Brechdurchfall. Andere Kinder fehlten aus Gründen, die gar nichts mit Krankheiten zu tun hätten. Die Abwesenheit von etwa 5 Prozent der gesamten Schülerzahl sei nicht aussergewöhnlich.

Offen ist, ob die Brechdurchfallerkrankungen überhaupt durch das Norovirus verursacht sind. Der Schulleiter hat keine Kenntnis, ob bei einem seiner Schüler das Norovirus im Labor nachgewiesen wurde.

Vom Auftreten der Erkrankungen habe er erstmals erfahren, als die dem Schulhaus 1888 benachbarte Kindertagesstätte Mosaik an der Schulstrasse 1 am Dienstag letzter Woche geschlossen werden musste. Wenig später meldete eine Lehrerin, dass zwei Schüler im Hallenbad erbrechen mussten. Jeseneg räumt ein, dass die Schule danach im Brief an die Eltern selber den Begriff Norovirus verwendet habe, wofür im strengen Sinn zu wenig sichere Anhaltspunkte vorlagen.

Auch der Solothurner Kantonsarzt Christian Lanz kann das Auftreten von Norovirus an der Schule Schönenwerd nicht bestätigen. Dies müsse ihm auch gar nicht gemeldet werden. Lediglich Heime und Institutionen seien aufgefordert, ihm Häufungen von Norovirus nachträglich zu melden.

Nur in einem Fall sei ihm zugetragen worden, dass der Hausarzt bei einem Schönenwerder Schüler von Norovirus gesprochen habe. Typisch für Norovirus-Erkrankungen sei das «explosionsartige Erbrechen» ohne längeres vorangehendes Bauchweh. (cva)