Zwar war das Kleinholzstadion nicht so gut gefüllt wie an einem brisanten Eishockeyderby; trotzdem zeigte sich die Organisatorin der ersten Oltner Schlagernacht, Jolanda Plüss mehr als nur zufrieden. «Die leeren Plätze werden wir nächstes Jahr füllen», meinte sie.

Ein gut durchmischtes Publikum durfte sich an bekannten Stars der Szene wie Nik P., Claudia Jung, der Wolfgang Lindner Band und Francine Jordi freuen. Aber auch die Newcomer überzeugten und lockten: Marianne Zenhäusern aus Olten ist auch bekennender Fan der Schweizer Fussball Nati. Wenn am Samstagabend der wichtige Match gegen Frankreich stattgefunden hätte: Sie hätte trotzdem die Schlagernacht vorgezogen. Das stand für sie nie zur Frage. Iris Friedl aus Oberbuchsiten und ihr Partner Diego Montani aus Péry gehen zwar nicht häufig an Schlagerevents, aber weil der in der Nähe stattfand, stellten sie die rhetorische Frage: «Warum nicht?»

Junge Talente und alte Hasen

Zu Beginn traten Talente auf. Als Erste gefiel Anna-Carina Woitschak und sorgte gleich für Stimmung in der Halle. Dann rockte die Tirolerin Hannah die Halle. Das Publikum sang mit, klatschte, es hielt die Besucher kaum auf den Bänken. Jolanda Plüss war denn auch begeistert «Von der ersten Minute an: eine Superstimmung.»

Marcello Alexander, der durch den ersten Teil des Abends führte, hatte die undankbare Aufgabe, mitteilen zu müssen, dass Karel Gott nicht auftreten würde. So was hatten Lonny Karner und Christine Berger aus Biberist schon vor dem Fest befürchtet. Die beiden besuchen regelmässig das Schlagerfest in Schupfart und freuten sich ganz besonders auf Andy Borg und Nik P. Sie wurden denn auch nicht enttäuscht.

Die grossen Stars sollten zwar erst am späten Abend auftreten. Aber um die Abwesenheit Karel Gotts zu versüssen, trat Francine Jordi schon früh auf und begeisterte das Publikum im Duett mit Alexander. «Fang das Licht», ein Titel Karel Gotts aus den 1980er-Jahren, riss die Anwesenden mit.

Auch die lokale Politprominenz hatte den Weg ins Kleinholz gefunden. Die Stadträte Thomas Marbet, Benvenuto Savoldelli und Stadtpräsident Martin Wey zeigten sich erfreut über diesen Anlass. «Das ist beste Werbung für unsere Stadt. So können wir zeigen, dass das Stadion für viele Zwecke genutzt werden kann», so Marbet.

Nicht ganz ausverkauft

Dass die Halle nicht ganz gefüllt war, mag auch an den Preisen gelegen haben. «Höher als im Hallenstadion sind sie», meinte eine Besucherin. Dies tat aber an der Stimmung keinen Abbruch. René Näf konnte den Schlagerevent im Hallenstadion nicht besuchen, so kam er eben nach Olten. Auf Nicole freute er sich besonders, die Siegerin den Grand Prix Eurovision de la Chanson von 1982.

Am Samstagabend wartete sie mit rockigen Tönen auf. Schlager kann also auch Rock – das gefällt. Und richtig: Unter den Anwesenden fanden sich welche, die auch auf Hardrock und Pop stehen. Barbara Baumgartner aus Kappel etwa besuchte vor wenigen Tagen das Coldplay-Konzert in Zürich. Ein junges Pärchen, er in Lederhosen, sie im Dirndl, besuchte vor wenigen Wochen das AC/DC-Konzert. «Das passt schon zusammen», meinten beiden.

Andy Borg moderierte den zweiten Teil des Abends. Dass er das Heu mit Francine Jordi nicht auf der gleichen Bühne hat, war nicht zu merken; ein Vollprofi mit viel Humor eben. «Im Navi habe ich ‹Oute› eingegeben und bin deshalb fast zu spät gekommen», so der gut gelaunte Entertainer.