Die Keradonum-Stiftung Hornhautbank mit Sitz in Olten wird für ihre Anstrengungen belohnt: Jüngst konnte die tausendste Augenhornhaut-Entnahme vermeldet werden. Damit erhält ein weiterer, schwer sehbehinderter Mensch sein Augenlicht zurück. Die 2008 gegründete Stiftung ist heute bereits die grösste Augenhornhautbank in der Schweiz. Und auch die einzige, die systematisch aufgearbeitete Hornhäute zur Transplantation allen Augenkliniken zur Verfügung stellen kann. Davon konnten in den letzten neun Jahren mehr als 450 Menschen profitieren.

Dennoch ist die Stiftung auf weitere Hornhautspenden angewiesen. Denn rund 1000 Menschen jährlich benötigen hierzulande eine neue Augenhornhaut, weil sie aufgrund eines Schadens ihrer eigenen Hornhaut schwer sehbehindert sind. Derzeit stehen aber nur etwa 400 Augenhornhäute pro Jahr für eine Transplantation zur Verfügung. Weil es an Spendern fehlt, wird die Augenhornhaut öfters aus dem Ausland eingeführt. Im letzten Jahr waren es laut Statistik des Bundesamts für Gesundheit 475 Augenhornhäute, drei Viertel davon stammen aus Übersee. Und es werden immer mehr. Zum Vergleich: 2008 wurden lediglich 113 Augenhornhäute importiert. Die eingeführten Hornhäute entsprechen aber nicht immer den hohen Qualitätsansprüchen, die an sie gestellt werden.

Pedro Lenz als Botschafter

Die Keradonum-Stiftung möchte dazu beitragen, dass sich hierzulande möglichst viele Personen entschliessen, ihre Augenhornhaut nach ihrem Tod zu spenden. Franz Immer, CEO von swisstransplant, begrüsst dieses Engagement, qualitativ hochstehende Augenhornhauttransplantate aus dem Inland den Patienten zur Verfügung zu stellen. Das Anliegen der Stiftung gilt als sinnvoll. Deshalb stellt sich auch der bekannte Schweizer Autor Pedro Lenz als Botschafter der Keradonum-Stiftung zur Verfügung. «Es ist doch ein wunderbarer Gedanke, durch eine Hornhautspende jemandem das Augenlicht zurückgeben zu können», lässt er sich zitieren. Der Mundart-Poet ruft in seinem Kurzfilm «Sehen ist Licht» auf Youtube zur Unterstützung auf. Spender erhalten eine kleine Broschüre mit der eigens von Pedro Lenz verfassten Geschichte «E nöie Spänder». Im Patronatskomitee engagieren sich weitere Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Kultur und Sport. (szr)