Der Stadtrat will dem Quartier Olten SüdWest ein anderes Gesicht geben: Die Bebauung soll weniger uniform und der Bevölkerungsmix besser sein. Die ersten Eckpunkte der Masterplanung, die als Grundlage für den neuen Gestaltungsplan dient, sind nun bekannt. Die von der Stadt eingesetzten Planer und Experten haben das «städtebaulichen Grundgerüst» bestimmt, wie die Stadtkanzlei gestern mitteilte.

Konkret gibt es zwei grosse Veränderungen. Zum einen sollen auf dem Areal im Osten zum Bahnhof Hammer Hochhäuser möglich sein. Bisher waren fünfgeschossige Bauten mit 16 Metern Höhe erlaubt. Stadtentwickler Markus Dietler spricht von 40 bis 50 Meter hohen Gebäuden, also ähnlich hoch wie das Stadthaus (52 Meter), welche dadurch ermöglicht werden sollen. Die Geschosshöhen sollen dann gegen Westen hin zur Grundwasser-Schutzzone tiefer werden.

«Trotzdem werden die Gebäude auch dort mindestens drei Stockwerke hoch sein», sagt Daniel Schneider, der bei der Masterplan-Ausarbeitung als Projektleiter beteiligt ist und ein Oltner Planungsbüro führt. Grund dafür: Areal-Besitzer Sigmund Bachmann hat die Vorgabe gemacht, auf Basis des heutigen Gestaltungsplans weiterhin mit den 360'000 m2 Bruttogeschossfläche rechnen zu können.

Die mittlere der drei weissen Achsen soll als Marktgasse einen Begegnungscharakter aufweisen. Im Hintergrund die bisherige Überbauung.

Die mittlere der drei weissen Achsen soll als Marktgasse einen Begegnungscharakter aufweisen. Im Hintergrund die bisherige Überbauung. 

Er verzichtet also nicht auf die erlaubte Ausnutzung des bebaubaren Areals. Damit ist davon auszugehen, dass Olten SüdWest das dichteste Wohnquartier in der Stadt wird. «Muss die hohe Bruttogeschossfläche beibehalten werden und der Freiraum zwischen den Gebäuden grösser werden, kann man nur höher bauen», sagt Schneider.

Die andere grosse Veränderung ist die interne Erschliessung. Diese soll in drei Achsen von Ost nach West erfolgen und viel stärker auf den Langsamverkehr ausgerichtet sein als bisher. Die mittlere der drei Achsen (siehe Skizze oben) soll als «Marktgasse» (Wortlaut Stadtkanzlei) dienen, mit dem Fuss- und Veloverkehr in der Mitte und einem eingeschränkten Autoverkehr. Die Marktgasse als Verlängerung der Stadtteilverbindung Hammer gedacht und soll viel Grün und Begegnungscharakter aufweisen.

Damit ist zugleich gesagt, dass die vom Gemeindeparlament vorerst zurückgestellte Langsamverkehrsverbindung von der Innenstadt ins neue Quartier «aus fachlicher Sicht zwingend nötig» ist, wie sich Schneider ausdrückt. «Der Masterplan wird für das Gemeindeparlament eine hilfreiche Entscheidungsgrundlage sein.» Stadtentwickler Dietler ergänzt, dass sich der Stadtrat spätestens in der neuen Legislatur bei der Investitionsplanung wieder mit diesem Thema befassen dürfte.

Die beiden anderen Achsen sollen als Erschliessung der Überbauungen für den Auto- und Busverkehr dienen und die Zufahrten zu den unterirdischen Einstellhallen ermöglichen. In ihrer Bedeutung redimensioniert wird damit die bereits bestehende Bühnenstrasse als Durchgangsstrasse zwischen Umfahrung ERO und Rötzmattweg. Die Planer befürchten, dass diese künftig als Schleichweg genutzt werden könnte, um ins Kleinholz- und Bornfeldquartier zu gelangen. Dem will die Stadt gleich von Anfang an einen Riegel schieben.

Zudem erübrigt sich so die bisher strikte Einteilung in die 14 Baufelder mit dem Geviert von Strassen, wie es im jetzigen Gestaltungsplan vorgesehen war. «Die Einteilung wird lockerer», so Stadtentwickler Dietler. Die Stadt geht davon aus, dass der Masterplan bis diesen Sommer definitiv steht. Auf dessen Grundlage soll dann der Eigentümer Bachmann auf seine Kosten einen neuen Gestaltungsplan ausarbeiten, der bis Ende 2018 fertig sein könnte.