Simone Rapp auf Roman Buess, Tor. Die beiden harmonierten in der vergangenen Saison bestens – und machen damit in der Super League weiter. Seit ihrem Wechsel vom FC Wohlen zum FC Thun in der Sommerpause haben die beiden Offensivspieler je drei Tore erzielt. Was in der Challenge League funktionierte, geht bisher auch in der Super League auf. Neben Rapp und Buess haben mit Alban Pnishi und Mergim Brahimi, die beide zu den Grasshoppers gewechselt haben, zwei weitere Teamstützen der Saison 2014/15 das Freiamt verlassen.

Sforza schwang die Werbefahne

Dass gerade vier Spieler in derselben Transferperiode in die Super League wechseln ist durchaus bemerkenswert. Das sieht auch der Wohler Mittelfeldspieler Joël Geissmann so: «Wir standen in der vergangenen Saison häufig im Rampenlicht», hat der 22-jährige Hägglinger eine Erklärung für das ganz offensichtlich grosse Interesse an Spielern des FC Wohlen aus der Super League. «Einerseits hatten wir mit Ciriaco Sforza einen Trainer mit einem grossen Namen, andererseits spielten wir als Team eine sehr starke Saison.»

Dass die Ex-Wohler nun in der Super League auch noch einen guten Eindruck hinterlassen, dürfte auch in Zukunft für Interesse an Spielern des Freiämter Klubs sorgen. Es stellt sich deshalb die Frage, wer die nächsten Super-League-Exporte des FC Wohlen werden könnten.

Wird Geissmann der erste sein?

Kronfavorit auf einen baldigen Transfer in die höchste Spielklasse dürfte Geissmann selber sein, zumal sein Vertrag bei den Freiämtern nach dieser Saison ausläuft. «Es würde mich sehr überraschen, wenn Geissmann noch länger als diese Saison in der Challenge League spielen würde», sagte Wohlens Ehrenpräsident René Meier vor Beginn der laufenden Saison.

Geissmann selber bleibt darauf angesprochen cool: «Klar, mein Ziel ist die Super League. Wenn möglich schon auf die kommende Saison hin. Aber das ist noch weit weg, momentan liegt meine Konzentration voll und ganz bei meinen Aufgaben beim FC Wohlen.»

Wohler trotz schwachem Saisonstart gefragt

Und diese sind seit dem Umbruch im Kader in der vergangenen Sommerpause grösser geworden. «Ich habe mehr Verantwortung erhalten», sagt Geissmann, der seit dieser Saison neu Vize-Captain des Teams ist. Davon profitiert er auch in seiner persönlichen Weiterentwicklung. Er glaubt nicht, dass der bisherige Saisonverlauf des FC Wohlen für allfällige Super-League-Interessen an Spielern eine abschreckende Wirkung haben könnte. «Unsere Mannschaft hat ohne jeden Zweifel enormes Potenzial, aber wir haben eben auch viele junge Spieler im Team und da müssen wir uns zuerst noch etwas finden.»

Weitere Spieler im Fokus

Neben Geissmann dürfte sich noch eine ganze Reihe weiterer Namen in den Notizblöcken der Scouts der Super-League-Vereine finden. Torhüter Joël Kiassmubua (23) beispielsweise, seit der vergangenen Saison Stammgoalie der Freiämter. Oder auch die drei Verteidiger Simon Dünki (21), Bujar Lika (23) und Davide Giampà (22), wobei letzterer derzeit aufgrund eines Kreuzbandrisses für längere Zeit pausieren muss. Und auch die beiden Mittelfeldspieler Simon Grether (23) und Michael Weber (21) deuten immer wieder ihr Potenzial an.

Wer also ist der Nächste? Diese Frage zu beantworten ist nicht ganz einfach – aber sie wird auf keinen Fall unbeantwortet bleiben, die Auswahl an Antwortmöglichkeiten ist schliesslich gross genug.