Die 81. Minute im Rheinpark Stadion: Der FC Vaduz führt im Testspiel gegen Aarau mit 2:1. An der Strafraumgrenze der Aarauer kommt es zu einem Techtelmechtel zwischen Albion Avdijaj und Juan Pablo Garat.

Avdijaj provoziert Garat mit einer abfälligen Geste. Das lässt sich der Argentinier im Dress des FC Aarau nicht gefallen. Garat dreht von einem Moment auf den andern im roten Bereich und schlägt Avdijaj den Ellbogen an den Hals. Schiedsrichter Sandro Schärer zögert keine Sekunde und zeigt Garat die Rote Karte. Avdijaj kommt mit einer Verwarnung davon.

Zehn Minuten später ist Schluss. Es bleibt beim 2:1 für Vaduz. Das Resultat aber ist Nebensache. Im Brennpunkt des Geschehens steht Garat. Der 32-jährige Abwehrchef des FC Aarau ist untröstlich und gleicht nach dem Abpfiff einem Häuflein Elend. Schiedsrichter Schärer verschwindet in der Umkleidekabine.

Kurze Zeit später erhält Schärer Besuch von FCA-Sportchef Raimondo Ponte. Die Unterredung dauert fünf Minuten. Über den Inhalt vereinbart man Stillschweigen. Nach Ponte sucht auch Garat das Gespräch mit Schärer. Garat entschuldigt sich für seinen Ausraster und drückt dem Spielleiter die Hand.

Ob’s was nützt? Wohl kaum! Garat muss im nächsten Meisterschaftsspiel am Samstag, 21. November, in Neuenburg gegen Xamax mit einer Sperre rechnen.

Natürlich steht Garats Tätlichkeit im Brennpunkt des Geschehens. Zitate von den Beteiligten gibt es keine. Schiedsrichter Schärer sagt, dass er nichts sagen dürfe. Garat tut die Sache leid.

Das Spielgeschehen rückt in Vergessenheit

Dass in Vaduz auch noch Fussball gespielt wird, ist bei all der Aufregung und Hektik in der Schlussphase natürlich nur eine Randnotiz. Schauen wir trotzdem noch auf das Spielgeschehen: Der FC Aarau zeigte eine gefällige Startphase, ohne allerdings zu Chancen zu kommen. Der Führungstreffer der Vaduzer in der 31. Minute fiel wie aus dem Nichts.

Der Holländer Ali Messaoud schoss die Liechtensteiner mit einem Penalty in Führung. Olivier Jäckle hatte Mauro Caballero gefoult. Avdijaj doppelte nach einem Blackout der FCA- Innenverteidigung noch vor Ablauf einer Stunde nach und erzielte das 2:0.

Henri Acosta gelang in der 74. Minute mittels Penalty nach einem Foul an Mart Lieder wenigstens noch der Ehrentreffer für den FC Aarau. Das aber war im Endeffekt wegen Garats Dummheit nur ein schwacher Trost.