Brand

«Wir haben Glück im Unglück gehabt»

Brandherd: Ausgebrochen ist das Feuer im Dachstock des Mühlengebäudes.  (Toni Widmer)

Brand Seengen

Brandherd: Ausgebrochen ist das Feuer im Dachstock des Mühlengebäudes. (Toni Widmer)

Der Brand vom Sonntagabend in der Seenger Mühle ist glimpflich ausgegangen. Im Laufe der Woche kann wieder Mehl produziert werden, die Futtermühle wird jedoch rund zwei Monate stillstehen.

Toni Widmer

«Hätten wir den Brand nicht so früh entdeckt, wäre es kaum so glimpflich ausgegangen», erklärte Thomas Häusermann gestern. Er betreibt zusammen mit seinem Bruder Matthias die gleichnamige Seenger Mühle, in der am Sonntagabend ein Brand ausgebrochen ist (Bericht von gestern). Entdeckt worden war das Feuer im Dachstock des Gebäudes von den Betreibern, die unmittelbar neben dem Betrieb wohnen. Seine Frau Marianne oder er selber machten abends regelmässig einen kleinen Rundgang. Dabei hätten sie am Sonntagabend den Rauch im Dachstock entdeckt und sofort die Feuerwehr und die Polizei alarmiert, sagte Thomas Häusermann.

Vor allem Gebäudeschaden

«Wir haben wirklich Glück im Unglück gehabt. Eine halbe Stunde später und das Gebäude wäre wohl bis auf die Grundmauern niedergebrannt. So hat sich der Schaden doch noch einigermassen in Grenzen gehalten.» Er rechne zwar mit einem sechsstelligen Betrag, aber wenigstens sei von den Maschinen fast keine völlig zerstört: «Die Maschinen, die wir zum Mahlen brauchen, kann man nicht einfach so ab der Stange kaufen. Ich bin froh, dass sich der Schaden auf das Gebäude und die elektrischen Anlagen beschränkt hat», sagte Häusermann.

Die Mehlmühle, so hofft der Betreiber, könne noch im Laufe der Woche wieder geöffnet werden. Ebenso der Verkaufsladen mit den speziellen Mehl- und Dinkelprodukten aus eigener Herstellung. Etwas länger dürfte es hingegen dauern, bis die Futtermühle wieder in Betrieb genommen werden kann. «Dieser Betriebsbereich liegt unmittelbar neben der Brandstelle und entsprechend ist hier der Schaden auch grösser. Wir hoffen allerdings, bis in zwei Monaten auch die Futtermühle wieder ohne Einschränkung betreiben zu können», erklärte Häusermann.

Kundenlieferung gewährleistet

Die Belieferung der Kunden mit den gewohnten Produkten der Mühle Häusermann ist in jedem Fall ohne Unterbruch gewährleistet: «Wir können in den nächsten Wochen mit anderen Mühlen zusammenarbeiten. Viele von ihnen haben uns am Montag ihre Hilfe angeboten. Für diese Solidarität sind wir wirklich dankbar. Unsere Kunden werden keine Auswirkungen vom Brand spüren. Wir können sofort wieder das gewohnte Sortiment liefern», erklärte Häusermann.

Vermutlich technische Ursache

Als Brandursache wird laut Brandermittler ein technischer Defekt vermutet. Die Abklärungen laufen aber noch. Thomas Häusermann dankt in diesem Zusammenhang den beteiligten Feuerwehren (Seengen, Boniswil, Hallwil und Stützpunkt Muri) für den Löscheinsatz: «Diese Leute haben hervorragende Arbeit geleistet und genau das Richtige gemacht. Wir haben anfänglich noch befürchtet, es könnte im Mühlengebäude zu einer Staubexplosion kommen. Das konnte von der Feuerwehr zum Glück verhindert werden.» Auch Wasserschaden sei wenig entstanden, lobt der Mühlebetreiber: «Klar haben sie Wasser gebracht, aber dieses offenbar wirklich sehr dosiert eingesetzt. Sonst wäre an den Maschinen und Einrichtungen in der Mühle sicher ein grösserer Schaden entstanden als jener, den wir jetzt feststellen mussten.»

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