Kirchensanierung

Pinselstriche für Reinachs Kirche

Das leere Kirchenschiff ist ein untrügliches Zeichen, dass jetzt die Handwerker bei der Reinacher Kirche das Zepter übernommen haben. Und an den Aussewänden ziehen Gerüstbauer ein Baugerüst hoch.

Peter Siegrist

Die Kirche der Reformierten Kirchgemeinde Reinach-Leimbach wird in den nächsten Monaten renoviert. «Wir führen eine so genannte Pinselrenovation durch», erklärt Architekt und Bauleiter Samuel Fischer, Reinach. Augenfällig ist beim Blick auf den Turm, dass vor allem auf der Westseite das rote Zifferblatt und die Fassade ausgewaschen sind. Im Innern sind jetzt, nachdem die Kirchbänke bereits entfernt wurden, mehrere Risse und Putzablösungen sichtbar. «Die Feuchtigkeit setzt den alten Bauten, die nicht unterkellert sind, halt zu», erklärt Fischer. Bei der anstehenden Renovation würden jetzt sämtliche saniert.

Nach dem Streichen der Innenwände und dem Auffrischen des Steinbodens wird auch die Beleuchtung auf den neusten Stand gebracht. «Wir werden dank Energiesparlampen den Strombedarf drastisch senken», sagt der Architekt. Die sichtbaren Balken der Holzdecke - diese wurden 1965 freigelegt - müssen nicht renoviert werden. Die Holzbrüstung der Empore und die Kanzel sind ebenfalls noch in gutem Zustand. Da genüge es, die Oberfläche aufzufrischen, sagt Fischer. Das mangelhafte Unterdach beim Schiff erfordert das Umdecken des ganzen Ziegeldaches.

Bei den Fenstern werden lediglich undichte Kittfugen erneuert, mehr ist da nicht nötig. Beim Rundgang um das Gebäude herum weist Fischer auf verschiedene Schäden hin, etwa Risse bei den Fenstereinfassungen. «Einzelne Teile sind aus Sandstein, einige bereits aus Kunststein hergestellt», sagt Fischer, «da ist ein Steinmetz für die Reparaturen der Schäden der richtige Fachmann.»

Grosse Schäden weist die Fassade nicht auf. Dem Verputz, einem Kellenwurf, konnte der Zahn der Zeit nicht zusetzen. Fischer betont, dass für sämtliche Maler- und Gipserarbeiten nur mineralische Materialien verwendet werden. Veränderungen am Innenraum oder auch aussen werde es nicht geben. «Da hält die Denkmalpflege den Daumen drauf», sagt Fischer. Offen sei noch, ob die Zifferblätter wieder blau würden wie in früheren Jahren.

Was steckt wohl in der Kugel?

Wenn das Gerüst montiert ist, werden die Handwerker Zifferblätter und die goldenen Kugeln herunterholen. Da es Tradition ist, dass in diesen Kugeln Dokumente hinterlegt werden, ist die Spannung gross, was wohl die Vorfahren bei der letzten Renovation in der Kugel versorgten. Die Kirchgemeinde hat für die Renovation einen Kredit von 650 000 Franken bewilligt und hofft auf den Abschluss bis Mitte September.

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