Kripochef: «Aargauer Polizei schiesst nicht ohne Grund»

Innerhalb eines Jahres haben Aargauer Polizisten fünfmal von der Schusswaffe Gebrauch machen müssen. Letztmals am Dienstag in Eiken. Dort hatte ein Mann im Streit zuerst seine Freundin und dann die Polizei mit einem Messer bedroht. Ein junger Polizist der regionalen Polizei Oberes Fricktal hatte den Randalierer schliesslich mit einem Schuss in den Gesässbereich gestellt. Der Mann liegt verletzt im Spital, ist aber nicht in Lebensgefahr.

Drucken

An einer Medienkonferenz zum diesem Vorfall rechtfertigte Urs Winzenried, stellvertretender Chef der Kantonspolizei und Leiter der Abteilung Kriminalpolizei, die Schussabgabe. "In den Medien ist bereits das Bild von der schiessfreudigen Polizei gezeichnet worden. Dagegen wehren wir uns vehement." Eine Schusswaffe werde von den Aargauer Polizisten nie vorschnell gezogen.

Polizist verletzt Mann durch Schussabgabe Ein 38-jähirger Mann griff bei einer Auseinandersetzung mit seiner Freundin zum Messer. Die Freundin schloss sich im WC ein. Als die Polizei eintraf, lief der Angreifer mit dem Messer auf einen Polizisten los. Dieser gab einen Schuss ab. Darf die Polizei in einem solchen Fall zur Waffe greifen? Der Beitrag von Radio Argovia.

Polizist verletzt Mann durch Schussabgabe Ein 38-jähirger Mann griff bei einer Auseinandersetzung mit seiner Freundin zum Messer. Die Freundin schloss sich im WC ein. Als die Polizei eintraf, lief der Angreifer mit dem Messer auf einen Polizisten los. Dieser gab einen Schuss ab. Darf die Polizei in einem solchen Fall zur Waffe greifen? Der Beitrag von Radio Argovia.

Chefs stellen sich hinter Schützen

Geschossen, erklärte Winzenried weiter, werde vor allem aus Notwehr. Es gäbe aber auch die Schussabgabe zur sicherheitspolizeilichen Festnahme. Um eine solche, erklärte sowohl Urs Winzenried wie auch Rolf Graf, Chef Polizei Oberes Fricktal und direkter Vorgesetzter des Schützen, habe es sich in Eiken gehandelt. Der aufgebrachte Mann sei mit einem Messer fuchtelnd aus dem Haus gekommen und habe sämtliche Warnungen und Aufrufe der Polizisten missachtet. Er habe auch nach einem ersten Schuss (der nicht getroffen hat) weiterhin verbale Drohungen ausgestossen und mit dem Messer um sich gefuchtelt.

Als er in Richtung einer Schulanlage geflüchtet sei, hätte der 27-jährige Polizist schliesslich einen zweiten, in die Beine gezielten Schuss abgegeben und den Mann so gestoppt. "Ich hätte ebenso gehandelt", stellte sich Rolf Graf hinter seinen Mann, "er musste damit rechnen, dass der hochgradig erregte Täter Drittpersonen ernsthaft gefährlich werden könnte. Diese Einschätzung der Situation wird von mir geteilt."

Eine Untersuchung gibt es trotzdem, wie Pius Suter, Bezirksamtmann des Bezirks Laufenburg, erklärte: "Ein Vorfall, bei dem durch Schusswaffeneinsatz der Polizei Menschen verletzt werden, zieht immer eine Untersuchung nach sich. Es geht darum abzuklären, ob der Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt, angemessen und notwendig war oder ob der verantwortliche Polizist einen Fehler gemacht hat." Suter war in Eiken vor Ort und hat die entsprechenden Abklärungen in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei eingeleitet. (to)