Die Kantonspolizei Bern und das kantonale Untersuchungsrichteramt, Abteilung Drogenkriminalität, haben einen Ring von Thai-Pillen-Händlern ausgehoben. Die Voruntersuchung ist nun abgeschlossen. Den zwei Haupttätern wird die Einfuhr von 320 000 Pillen vorgeworfen.

Das kantonale Untersuchungsrichteramt hat im März 2009 eine Voruntersuchung eröffnet. Im Zuge dieses Verfahrens stellte die Kantonspolizei Bern bei mehreren Hausdurchsuchungen insgesamt 175 000 Thai-Pillen sicher und nahm zwei Männer fest. Die intensiven Abklärungen und die Aussagen der Festgenommen führten zu weiteren fünf Personen, die des Handels mit Thai-Pillen verdächtigt werden.

Die Voruntersuchung ist nun abgeschlossen. Den beiden mutmasslichen Haupttätern, einem 44-jährigen Schweizer und einem 38-jährigen Schweizer vietnamesischer Herkunft, werden die Einfuhr von 320 000 Thai-Pillen und der Verkauf von 139 000 Pillen vorgeworfen. Dem 38-jährigen Mann wird zudem eine weitere Beteiligung an Thaipilleneinfuhren und Verkäufen im grösseren Umfang vorgeworfen.

Die anderen fünf Männer, drei Vietnamesen und zwei Schweizer vietnamesischer Herkunft, im Alter zwischen 26 und 41 Jahren, wurden wegen Verkaufs von mehreren Tausend Thai-Pillen zur Anzeige gebracht. Die Anklage der beiden Haupttäter erfolgt voraussichtlich Anfang 2011.

Methamphetaminhaltige Pillen thailändischen Ursprungs (Thai-Pillen) wurden erstmals 1998 in der Schweiz sichergestellt. Erste Laboruntersuchungen verdeutlichten damals, dass es sich bei diesen sichergestellten Pillen nicht wie ursprünglich angenommen um Ecstasy (Amphetamin) sondern um Methamphetamin handelte.

Methamphetamin wirkt viel stärker als Ecstasy und birgt daher ein sehr grosses Gefahrenpotential sowie ein sehr hohes, schnelles Abhängigkeitsrisiko. Der Konsum der Thai-Pillen kann damit nicht mit jenem von Ecstasy verglichen, sondern muss nach neuesten medizinischen Erkenntnissen von der Gefährlichkeit her der harten Droge Heroin gleichgestellt werden. (dno)