Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf

Mit dem Revierförster auf Waldspaziergang

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Den Teilnehmenden des Waldspaziergangs werden durch den Revierförster Josef Walpert in die Geheimnisse der Waldrandpflege eingeweiht.

Der Revierförster erläutert die Grundsätze der Pflegemassnahmen

Den Teilnehmenden des Waldspaziergangs werden durch den Revierförster Josef Walpert in die Geheimnisse der Waldrandpflege eingeweiht.

Der Naturschutz-, Vogelschutz- und Pilzverein Matzendorf lud während der Sommerferien alle Interessierten in Matzendorf zu einem Waldspaziergang mit dem Revierförster der Forstgemeinschaft Mittleres Thal ein. Dem Aufruf für diese verheissungsvolle Veranstaltung folgten insgesamt 15 Personen. An diesem lauen Sommerabend profitierten die Zuhörer von Erklärungen zum allgemeinen Zustand unseres Waldes, zu Schilderungen die insbesondere unsere Waldbewirtschafter zu beachten haben und von der optimalen Gelegenheit, dem Verantwortlichen der Forstgemeinschaft Laupersdorf-Matzendorf direkt Fragen zu stellen, welche die Waldbenutzer beschäftigt.

Josef Walpert erklärte zu Beginn, dass es ihm während den vergangenen dreissig Jahren als Revierförster stets wichtig war, eine Ausgewogenheit zwischen nachhaltiger Pflege und wirtschaftlichem Ertrag anzustreben. Etliche Anwesende waren erstaunt zu hören, dass im erwähnten Forstrevier, welches mit dem kantonalen Raumplanungsamt über eine Länge von 15 km Waldrandvereinbarungen getroffen hat, der Baumbestand ausschliesslich durch natürlichen Aufwuchs und damit ganz ohne physische Pflanzungen erhalten wird. Dabei wird den Waldrändern ein besonderes Augenmerk geschenkt. Dass die notwendigen Pflegeeingriffe vom eigentlichen Waldrand her erfolgen und meistens mit einer Krautschicht beginnen, konnte er in der Längägerten anschaulich aufzeigen. Die Abstufung der Sträucher und Bäume erfolgt wo möglich auf einer Tiefe von 30–40m in den Wald hinein. Während des Spaziergangs entlang des Büntliweg war es für die Teilnehmenden immer wieder interessant, die Antworten zu den Fragen «Wie» und «Weshalb» aus kompetentem Mund und an geeigneter Stelle zu erfahren. Der versierte Waldfachmann versuchte keineswegs die unterschiedlichen Ansprüche und Massnahmen schön zu reden, welche oft zu Auseinandersetzungen zwischen Waldbenutzern und Waldbewirtschaftern führen können. Er sprach die manchmal nicht zu umgehenden, unterschiedlichen Interessen an und erklärte offen seine Sicht der Dinge. Er stiess damit im Kreise der gespannten Zuhörer zunehmend auf Verständnis. Die sich ausbreitende Trockenheit bereitet der Forstwirtschaft insbesondere bei den Baumbeständen von Eschen, Ulmen und Buchen grosse Sorgen. Diese Arten leiden dadurch mehr oder weniger stark unter Pilzbefall und sind oft nicht mehr zu retten. Bei den Eschen ist davon auszugehen, dass lediglich 2–3% gegen den grassierenden Pilz resistent sein könnten. Auch die Weisstannen mit oft ausgetrockneten Kronen oder die Fichten, an welchen sich sehr oft der «Buchdrucker», eine Spezies des allgemein als Borkenkäfer bekannten Holzschädlings zu schaffen macht, leiden zunehmend unter diesem Befall. Die wärmeliebenden Eichen hingegen, an deren Stamm, Ästen und Blättern eine grosse Anzahl an Insekten zu finden ist und damit ökologisch einen sehr wertvollen Lebensraum darstellen, haben bis anhin weniger Mühe der Trockenheit zu trotzen. Auf Neugier stiessen folglich auch die Ausführungen zu Bäumen, welche zum Fällen bestimmt werden. Zum Beispiel das sogenannte Stangenholz, das zugunsten von ausgewählten Kandidatenbäumen und deren Entwicklung weichen muss. Auch hier sorgten die Aussagen des Revierförsters bei fast allen Zuhörern zu einem besseren Verständnis, welche Aspekte für das Fällen oder den Erhalt von Bäumen ausschlaggebend sein können. Der Rundgang dieses Waldspaziergangs bot für alle einen wertvollen Informationsgewinn. Mit einem kleinen Umtrunk und angeregten Diskussionen fand der Anlass beim Bürgerhaus einen würdigen Abschluss.

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