Schon vier Trainingseinheiten arbeitete ein Grossteil der Getu-Truppe an seiner mentalen Arbeitsweise. Unser Mentaltrainer war der erfahrene Urs Wälchli. Was man nun unter mentalem Training verstehen kann, klärten wir sogleich bei unserem ersten Treffen: Man könnte es etwa als das kontrollierte Denken benennen, das sich in unserem Fall auf das Turnen konzentriert.

Für uns war das Mentaltraining freiwillig, doch dieses Angebot wurde von der Mehrheit der Turner und Turnerinnen gerne genutzt.

In zwei Gruppen à sechs Personen verbrachten wir jeweils eine Stunde unseres regulären Trainings bei Urs Wälchli. Meistens unterrichtete er uns zuerst frontal und liess uns dann individuell praktizieren.

Manche von uns haben sich zu Beginn dieses Kurses sicherlich erhofft, dass sie nach diesen Mental-Lektionen befreit wären von ihrer Angst vor schwierigen Turnelementen oder Wettkämpfen. Doch Urs Wälchli zeigte uns auf, dass jeder selber gegen diese ankämpfen muss und das Ganze nicht von heute auf morgen weggeblasen ist. Dafür stellte er uns einige Vorgehensweisen und Schemen vor, mit denen wir unserem Ziel des optimalen Wettkamps etwas näherkommen können.

Als Mentaltraining im engeren Sinne bezeichnet man jedoch das Vorstellen eines Bewegungsablaufs im Kopf. Um das professionell durchzuführen braucht es aber eine Vor- und später eine Nachbereitung. Wir wendeten das Ganze sogleich bei einer aktuellen Übung praktisch an. Und schon nur bei dieser einenÜbung für das eineGerät merkten wir, dass es ziemlich zeitaufwändig ist, wenn man die Sache ernst nimmt.

Auf jeden Fall haben alle der zwölf Teilnehmer des Mentaltrainings dazugelernt. Einiges vom Gelernten wendeten wir schon an oder werden es noch ausprobieren. Was davon langfristig brauchbar ist, wird sich zeigen. Weil es teils kompliziert, teils aufwändig ist, mental zu trainieren, ist es unwahrscheinlich, dass von allen Tipps und Tricks Gebrauch gemacht wird, denn wir sind keine Profisportler. Die Basis ist nun aber geschaffen, um auf einem neuen Level zu trainieren.

Eine letzte mentale Einheit steht nun noch an und auf die freue ich mich.

Jan Kusch