Nun war es endlich soweit! 28 Spiele bestritten beide Teams, um hier hin zu gelangen. Jetzt stand endlich das erste Playoffspiel für den Aufstieg in die NLB vor der Tür. Ausgetragen wurde es zwischen unserem HV Olten und dem HSC Kreuzlingen. Da das Team von «Hampe» am Ende der Aufstiegsrunde Zweiter ihrer Gruppe war, wurde das erste Spiel in der heimischen Giroudhalle ausgetragen. Eine Woche später wird das Rückspiel in Kreuzlingen stattfinden. 450 Fans verwandelten die Giroud in ein Tollhaus, dass so einem Spiel würdig war. Kreuzlingen, das bis zu dem Zeitpunkt aus 28 Spielen 28 Siege errungen hatte, ist der grosse Favorit auf den Aufstieg. Doch der HV Olten hat seinerseits nicht die Playoffs erreicht, um diese auf Grund von Zahlen abzuschenken. In Playoffs ist ohnehin alles möglich und qualitativ hat sich die junge, technisch starke Mannschaft vor keinem Team der Liga zu verstecken. Zuletzt musste das auch, der in unserer Gruppe Erstplatzierte, Genf spüren, welcher das letzte Spiel der Aufstiegsrunde in Olten verloren hat. So hatte sich die Mannschaft von Trainer Hampe erfolgreich auf die Finalspiele eingestellt. Nun war es an der Zeit auch dem Erstplatzierten der anderen Gruppe auf die Füsse zu treten…

Der Beginn war von beiden Teams eher verhalten. Zu gross war wohl die Nervosität am Anfang. Der HSC Kreuzlingen legte diese jedoch schneller ab, als das Heimteam und warf die ersten beiden Tore. Danach erlöste auch Routinier Strebel die Oltner Fans und warf nach Zuspiel von Moritz Aufdenblatten das erste Tor für den HV Olten. Waren die ersten fünf Minuten nur abtasten, begann im Anschluss ein Wahnsinnsspiel, dass zu Beginn allerdings besser für die Kreuzlinger lief. So musste Trainer «Hampe» schon nach zehn Minuten, beim Stand von 5:2 für die Gäste, das erste Team Time-Out nehmen. Der Aufschwung blieb nach dem Time-Out allerdings aus. Dennoch wirkte es, als würde die Heimmannschaft in der Folge stabiler und klarer agieren. Auch die Abwehr wirkte gefestigt, woraus einige Kontertore realisiert werden konnten. So konnten die Gäste nach 15 Minuten zwar das 8:4 schiessen, jedoch liess die Antwort der Oltner jedoch nicht lange auf sich warten. Dieser 4-Torevorsprung pendelte sich bis fünf Minuten vor der Pause ein. Gepusht durch die volle Giroudhalle konnte dieser Vorsprung der Kreuzlinger innert 5 Minuten bis zur Halbzeit mit Klasse und Kampf egalisiert werden. Zur Pause stand es 13:13.

Die zweite Halbzeit begann, wo die erste Halbzeit aufgehört hatte. Dieses Mal erwischten die Oltner den besseren Start und konnten zum ersten Mal in Führung gehen. Kreuzlingen wartete jedoch nicht so lange wie der HVO, um zum Ausgleich zu kommen und ein Kopf an Kopf Rennen entwickelte sich. Angeführt vom starken Gasser zeigten die Kreuzlinger, wie sie zu ihren 28 Siegen in Serie gekommen sind. Zudem wurden sie auch auswärts von über 100 mitgereisten Fans angefeuert und gepusht. Jedoch waren sie keineswegs unschlagbar, wie ihre Serie andeuten könnte, und die Oltner waren mehr als nur ein ebenbürtiger Gegner. Absetzten konnte sich in der Folge kein Team von beiden. Am Ende gab es jedoch leider das glücklichere Ende für die Kreuzlinger und sie gewannen mit 26:25.

Insgesamt war es wohl das beste Spiel, das in Olten seit längerer Zeit gespielt wurde. Dies ist auch den beiden Fanlager zu verdanken, die ihren lauten Anteil dazu beitrugen. Der beiden besten Werfer für den HVO waren in diesem Spiel mit jeweils fünf Treffern Manuel Zehnder und Daniel Parkhomenko. Für den HSC Kreuzlingen war mit 6 Treffern Thierry Gasser der beste Werfer. Als Fazit kann man nehmen, dass trotz der eindrücklichen Serie, in Kreuzlingen keine unbesiegbare Mannschaft auf den HVO wartet. Vielleicht hilft es der Mannschaft, dass nun absolut kein Druck mehr auf ihnen liegt, so können die Spieler lediglich jede Minute auf dem Platz geniessen und frei ihren besten Handball zeigen. Und wer weiss?! Vielleicht reicht es ja noch, um dem Favoriten ein Bein zu stellen.

Hopp Oute!!


Michael Burri