Die Wetterpropheten kündeten einen regnerischen Donnerstag an und trotzdem versammelten sich 21 Unentwegte zur Wanderung ins Gebiet des oberen Zürichsees. Und so war es denn auch. In Stäfa, wo wir uns den Startkaffee genehmigten, wurden wir mit Regen empfangen. Die Wanderleiterin Annekäthi Hänsli konnte erfreulicherweise wieder zwei neue Wanderfreunde begrüssen. Stäfa, die grösste Weinbaugemeinde im Kanton Zürich, liegt an der sonst meist sonnigen Goldküste. Die häufigen Föhnlagen und der Zürichsee als Wärmespeicher bieten ideale Voraussetzungen für einen guten Weinbau. Bis zum Mülihölzli oberhalb von Stäfa nahmen wir den Bus und ersparten uns so den Aufstieg auf der Asphaltstrasse. Danach wurden die Regenkleider montiert und die Schirme aufgespannt. Auf einem breiten und bequemen Waldweg begann unsere Wanderung auf dem Hügelzug oberhalb des Zürichsees und führte dann als schmaler Pfad weiter bis zum Buechstutz.

Danach gelangten wir auf offenes Gelände, wo wir wenigstens einen Blick auf den See werfen konnten. Die Berge und Hügel dahinter verschwanden in den grauen Wolken. In Lutikon bestaunten wir das kunstvoll verzierte Bauernhaus, welche eines der schönsten Riegelbauten im Kanton Zürich sein soll. Weiter folgten wir dem Rundweg im Naturschutzgebiet am Lützelsee, welcher nicht nur wegen seiner Schönheit, sondern auch wegen der Störche bekannt ist. Und tatsächlich sahen wir einige Exemplare auf den Bäumen beim Hof Hasel nisten. Zum Fliegen war es ihnen wohl zu nass. Viele Blumen im Sumpfgebiet waren zu bestaunen: Gelbe Sumpf-Schwertlilien, blaue Lilien, Lichtnelken und Knabenkraut standen in voller Blüte. Der Mittagshalt nahte und wir waren froh, dass wir uns in der Scheune des Restaurants einrichten durften. Stühle, Tische und sogar Felle wurden für uns bereit gemacht. Überhaupt war die Gastfreundlichkeit gross und man kehrt sicher gerne wieder mal hierher zurück, vielleicht dann bei Sonnenschein. Nach dem Mittag war es dann fertig mit Regen und es wurde immer wärmer. Wir durchquerten den Weiler Lützelsee mit den alten Riegelhäusern und folgten, vorbei an Rebbergen, dem aussichtsreichen Panoramaweg durch Landwirtschaftsgebiet. Nun zeigten sich uns auch erstmals heute die Glarner Alpen, noch etwas hinter den Wolken zwar. Wir durchquerten die Aussenquartiere von Wolfhausen und machten beim Schwösterrain nochmals einen kurzen Halt. Die Rosenstadt Rapperswil-Jona und der obere Zürichsee kamen immer näher. Noch ein letztes Stück auf der Uferpromenade, die Treppen hoch und schon waren wir auf der Aussichtsterrasse des Schlosses. Wir genossen den einzigartigen Ausblick auf den Obersee, die Altstadt, den Seedamm und die Hügel dahinter. Durch die pittoreske Altstadt waren es dann nur noch wenige Schritte bis zum Restaurant für den Schlusstrunk. Schön wars und der anfängliche Regen hat uns überhaupt nicht gestört. (mva)