Herbstanlass der CVP Kappel

Die Parteileitung der CVP Kappel hatte am ersten Samstag im November zu einem öffentlichen Herbstanlass eingeladen. Wie Parteipräsident Beat Schmidlin bei der Begrüssung der über 40 interessierten Teilnehmern festhielt, ging es auch bei diesem - bereits achten - Anlass darum, der Kappeler Bevölkerung eine Einrichtungen oder ein Unternehmen aus dem Dorf näher zu bringen.
Nach dem Hitzesommer 2018 wollte man aufzeigen, wie die Wasserversorgung bei grosser Trockenheit sichergestellt ist und was es braucht, damit Wasser so zuverlässig und in bester Qualität aus dem Hahnen kommt.

Mit Roger Nick, dem langjährigen Anlagewart des Zweckverbandes Wasserversorgung Untergäu - ein Zusammenschluss der Gemeinden Kappel, Boningen, Gunzgen und Härkingen - besichtigten die Teilnehmer die vier wichtigsten Komponenten der Wasserversorgung und hörten dabei alles Wissenswerte zum Thema.

Erste Station auf dieser Tour war das Stufenpumpwerk in Härkingen, welches die Koordination der Versorgung der beiden Zweckverbände Untergäu und Gäu in einem Krisenfall ermöglicht.

Der nächste Halt war auf einem Feldweg Richtung Gunzgen, wo Roger Nick im angrenzenden Acker einen unscheinbaren Deckel öffnete, welcher den Abstieg in einen Messschacht freigab. Die Mutigen kletterten in den unterirdischen, beheizten Raum in der Grösse eines kleinen Zimmers, der mit Rohren und Schieber sowie mit Instrumenten zur Messung der gelieferten Wassermenge ausgestattet ist.

Weiter ging die Fahrt auf den Kappler Born zum Reservoir, welches 1998 das alte Gebäude aus dem Jahr 1953 ablöste. Imposant war der Blick im Innern des Gebäudes durch das Bullauge einer Panzertür in eine beleuchtete 2500 m3 grosse, bis zur Decke mit Wasser gefüllte, weiss gekachelte Halle. Auch hier beeindruckte Roger Nick mit seinem grossen Fachwissen und erklärte der Gruppe, unter anderem was ein Löschbogen ist.

Die letzte Station war das Grundwasserpumpwerk Zeglimatt, das gemeinsam mit der Einwohnergemeinde Hägendorf erstellt und 1987 in Betrieb genommen wurde. Es enthält insgesamt drei Pumpen, die aus 25 m Tiefe Grundwasser fördern, zwei davon sind für den Zweckverband und eine für Hägendorf in Betrieb, aktuell werden jedoch zwei Pumpen ersetzt. Über die Leitungen zwischen Pumpwerk und Reservoir auf dem Born, von dort nach Boningen und über die Hauptleitung vom Pumpwerk in das Industriegebiet von Härkingen wird das Wasser an die vier Untergäuer Gemeinden geliefert, welche selber für die Feinverteilung zuständig sind.

Die Teilnehmer lernten vom Anlagewart, dass der Zweckverband Wasserversorgung Untergäu alles Wasser aus dem Grundwasserfluss unter dem Pumpwerk Zegli nimmt, während Hägendorf sich hauptsächlich mit Quellwasser vom Jurahang versorgt. Fliessendes Grundwasser ist  kaum von der Witterung abhängig und der heisse Sommer bring erst im Winterhalbjahr eine unwesentliche Senkung des Wassersspiegels. Unser Wasser ist ungefähr während zwanzig Jahren im Boden unterwegs und damit gegenüber Quellwasser weniger anfällig auf Verschmutzung, beispielsweise durch vom Regen aufgeweichtes Erdreich.

Vor dem von der CVP offerierten Apéro dankte der Parteipräsident im Namen aller Anwesenden Roger Nick für diesen interessanten Vormitttag und übergab ein Präsent. Bevor die Gläser erhoben werden konnten, verwies Beat Schmidlin noch auf die Volksinitiative der CVP «Für tiefere Prämien – Kostenbremse im Gesundheitswesen» und ermunterte zur Unterschrift.